{"id":284,"date":"2014-01-14T23:49:46","date_gmt":"2014-01-14T21:49:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=284"},"modified":"2018-01-30T21:07:26","modified_gmt":"2018-01-30T19:07:26","slug":"robert-biberti","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=284","title":{"rendered":"Robert Biberti"},"content":{"rendered":"<p><strong>von Broody<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Robert<\/span> Edgar BIBERTI<\/p>\n<\/h5>\n<p><b>* 5.6.1902 in Berlin<br \/>\n\u2020 2.11.1985 in Berlin<\/b><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Die Entstehung des Familiennamens ist nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Die meisten Dokumente der Eltern (Eheurkunde, Sterbeurkunde) und die Namen von Verwandten lauten auf \u201eBibert\u201c. In der Geburtsurkunde des Sohnes Leopold sind die Eltern mit dem Namen \u201eBiber\u201c verzeichnet, dabei handelt es sich m\u00f6glicherweise um einen \u00dcbertragungsfehler. Der Vater Georg Johann Bibert legte sich als S\u00e4nger den K\u00fcnstlernamen<br \/>\n\u201eRobert Biberti\u201c zu, den ge\u00e4nderten Familiennamen \u00fcbernahmen auch seine Frau und sp\u00e4ter ihre Kinder.<\/p><\/blockquote>\n<p>Robert Biberti, genannt \u201eBob\u201c, wurde am 5. Juni 1902 in Berlin geboren. Seine Mutter war die Gesangs- und Klavierlehrerin Elise Emilie Ottilie Bertha Bibert, geborene Beral, geboren am 4. Januar 1863 in Herbesthal, Kreis Eupen (s\u00fcdlich von Aachen, damals zu Preu\u00dfen, heute Belgien), Tochter eines Bahnbeamten. Roberts Vater war der Bassist Georg Johann Bibert, geboren am 26. Juli 1854 in Wien, Sohn des in Wien verstorbenen Lehrers Johann Georg Bibert und dessen Ehefrau Leopoldine, geborene Henn, sp\u00e4tere Stockhausen.<br \/>\nRobert Biberti sen. war ab 1884 an der K\u00f6niglichen Oper Berlin als Bass engagiert.<br \/>\nFamilie Biberti wohnte bei Roberts Geburt in der Stephanstra\u00dfe 57 in Berlin-Moabit. Robert Biberti junior war durch seinen Vater urspr\u00fcnglich \u00f6sterreichischer Staatsangeh\u00f6riger. Erst per Einb\u00fcrgerungsurkunde vom 2. Dezember 1926 erwarb er die Staatsangeh\u00f6rigkeit in Preu\u00dfen und wurde dadurch Deutscher. Robert hatte einen sieben Jahre \u00e4lteren Bruder: Leopold Carl Max Ernst Biberti, geboren am 8. September 1895 in Berlin, Spitzname \u201ePelle\u201c. <\/p>\n<p>Von 1908 bis 1912 besuchte Robert Biberti die Grundschule Nr. 19 in Berlin. 1909 zog die Familie in die Wilhelmshavener Stra\u00dfe 32 um. Nebenher betrieb Robert \u2013 vermutlich durch Vermittlung des Vaters \u2013 Kinderstatisterie am K\u00f6niglichen Schauspielhaus.<br \/>\nAb 1911 wohnte Familie Biberti in der Knesebeckstra\u00dfe 88 in Berlin-Charlottenburg (Diese Adresse wurde sp\u00e4ter zum Gr\u00fcndungsort und zur ersten Gesch\u00e4ftsadresse der Comedian Harmonists).<br \/>\nRobert Biberti besuchte von 1912 bis 1914 die Kaiser-Friedrich-Realschule am Savignyplatz, wo er auch einmal sitzenblieb, und von 1914 bis 1920 die Hindenburg-Realschule. Einer der Flei\u00dfigsten war er wohl nicht, vor allem im Singen schwankten seine Leistungen zwischen \u201egut\u201c und \u201emangelhaft\u201c. Sein Abgangszeugnis der Realschule von 1920 enth\u00e4lt den Hinweis: <em>\u201eEr verl\u00e4sst die Anstalt, um S\u00e4nger zu werden.\u201c<\/em> Dass er 1914 [<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Biberti\" target=\"_blank\" title=\"Wikipedia-Eintrag zu Robert Biberti\"><strong>Wikipedia<\/strong><\/a>] bzw. 1917 die Schule abbrach, scheint eine \u00dcbertreibung zu sein. M\u00f6glicherweise wurde er kurzzeitig von der Schule verwiesen bzw. wechselte diese aus unbekannten Gr\u00fcnden.<br \/>\nVon seinem Bruder \u00fcbernahm Robert die Leidenschaft zum Fotografieren, dieser hatte ihm eine Stereo-Fotokamera geschenkt. Leopold Biberti wurde Schauspieler und verlie\u00df Deutschland bereits w\u00e4hrend des ersten Weltkrieges. Er wurde Schweizer Staatsb\u00fcrger und sp\u00e4ter ein bekannter Filmschauspieler.<\/p>\n<p>Im September 1921 bestand Robert Biberti eine Gesangspr\u00fcfung am Theater am Nollendorfplatz mit der Note \u201egut\u201c und erhielt dort unter Herrmann Haller sein erstes Engagement als zweiter Bass. Er spielte einen Diener in der Operette \u201eDer Vetter aus Dingsda\u201c. Seit dieser Zeit war er Mitglied im Deutschen Chors\u00e4nger- und Ballett-Verband. Eine Ausbildung als S\u00e4nger erhielt er nie.<br \/>\nDie Sommerpause 1922 \u00fcberbr\u00fcckte er mit einer Besch\u00e4ftigung als Monteur bei der Allgemeinen Elektricit\u00e4ts-Gesellschaft (AEG) in der Brunnenstra\u00dfe, um danach bis zum Sommer 1923 wieder am Nollendorfplatz zu singen. Anschlie\u00dfend wurde er von September bis Dezember 1923 f\u00fcr den Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstra\u00dfe engagiert, 1924 unter anderem am Theater in Oppeln und am Deutschen Theater Berlin als Chors\u00e4nger f\u00fcr die Operette \u201eMister Globetrotter\u201c. Danach sang er an den Berliner Meinhard-Bernauer-B\u00fchnen.<br \/>\nNebenher verdiente sich Robert Biberti zusammen mit einigen Kollegen ein Zubrot als B\u00e4nkels\u00e4nger auf Berliner Hinterh\u00f6fen. Au\u00dferdem unterst\u00fctzte er seinen Vater, der inzwischen arbeitslos geworden war, beim Schnitzen von h\u00f6lzernen Verzierungen f\u00fcr M\u00f6bel.<\/p>\n<p>Am 22. Februar 1925 starb sein Vater, der Kammers\u00e4nger Georg Johann Bibert, genannt Robert Biberti, in der Berliner Charit\u00e9 und wurde auf dem S\u00fcdwestfriedhof Stahnsdorf beigesetzt.<br \/>\nKurze Zeit sp\u00e4ter schloss Robert Biberti einen Vertrag mit der St\u00e4dtischen Oper Berlin, wiederum als zweiter Bass im Chor. In den Sommermonaten bet\u00e4tigte er sich wieder als Arbeiter, diesmal bei der Firma Siemens in Berlin. Dann schloss er einen Dienstvertrag als Chors\u00e4nger und Darsteller kleinerer Rollen mit der Revue GmbH Gro\u00dfes Schauspielhaus, Direktor Karl Rosen, f\u00fcr die Zeit vom 1. August bis 31. Dezember 1927. W\u00e4hrend dieses Engagements lernte er den Bariton Roman Cycowski aus Polen und den Tenor Ari Leschnikoff aus Bulgarien kennen.<\/p>\n<p>Am 18. Dezember 1927 erschien die bekannte Annonce von Harry Frommermann und Theodor Steiner im Berliner Lokalanzeiger. Robert Biberti war zu dieser Zeit auf der Suche nach einer neuen Anstellung. Sp\u00e4ter gab er an, dass seine Mutter statt seiner auf die Annonce geantwortet habe. Daraufhin erhielt er mit Datum vom 29. Dezember 1927 eine schriftliche Einladung zum Vorsingen: <em>\u201eWir bitten sie, bezugnehmend auf ihre Antwort unseres Inserates, zwecks Vorsingen und Besprechung sich bei uns am 3. Jan. 28 um 12 Uhr vorm. in unserem Atelier Stubenrauchstr. 47  4 1\/2 Treppen (Querstra\u00dfe des S\u00fcdwestkorso) p\u00fcnktlich vorstellen zu wollen. Hochachtungsvoll  M E L O D I E M A K E R S.\u201c<\/em> Die maschinenschriftliche Einladung trug die Unterschriften von Steiner und Frommermann. (Hierdurch wird \u00fcbrigens die sp\u00e4tere Behauptung Bibertis widerlegt, er sei einer der Initiatoren der Comedian Harmonists gewesen.)<br \/>\nNach diesem Vorsingen erfolgte eine Einladung zur ersten Probe des Ensembles am 16. Januar 1928, nachmittags um 3 Uhr. Auch hierzu hatte Harry Frommermann im Namen der Melodiemakers schriftlich eingeladen.<br \/>\nSchlie\u00dflich verpflichtete sich Robert Biberti am 1. April 1928 in einem Jahresvertrag zur Mitwirkung bei der Gruppe \u201eThe Melodie Makers\u201c, die von den beiden Gr\u00fcndern Theodor Steiner und Harry Frommermann vertreten wurde. Gemeinsam mit Ari Leschnikoff, Roman Cycowski und dem Tenor Walter Nussbaum hatte man schlie\u00dflich formlos eine Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts gebildet, die sich erst im September 1928 in \u201eComedian Harmonists\u201c umbenannte. <\/p>\n<p>Robert Biberti setzte sich schon bald als gesch\u00e4ftlicher Verantwortlicher der Gruppe durch, die unter <em>\u201eCOMEDIAN HARMONISTS, p. A. Robert Biberti, Berlin-Charlottenburg 2, Knesebeckstra\u00dfe 88, Tel. &#8230;\u201c<\/em> firmierte. Nach verschiedenen personellen Umstellungen begann der kometenhafte Aufstieg der Comedian Harmonists, zun\u00e4chst als Begleiter in Revuen und als Einlage bei Abendveranstaltungen, sp\u00e4ter mit eigenen abendf\u00fcllenden Konzerten sowie mit zahlreichen Schallplattenaufnahmen.<br \/>\nDer wirtschaftliche Aufschwung erm\u00f6glichte es Biberti nun, f\u00fcr sich und seine Mutter eine gr\u00f6\u00dfere Wohnung zu mieten. Ab 1932 lebten beide in einer 7-Zimmer-Wohnung im Vorderhaus der Carmerstra\u00dfe 11 in Berlin-Charlottenburg. Die Wohnung im zweiten Stock, in der Biberti stets eine Hausangestellte besch\u00e4ftigte und in der die Mitglieder der Comedian Harmonists ein- und ausgingen, wurde auch zu deren Firmensitz. Daf\u00fcr wurde in einem der Zimmer zur Carmerstra\u00dfe ein B\u00fcro eingerichtet.<br \/>\nMit dem steigenden Wohlstand begann das Luxusleben von Biberti. Er verkaufte den von seinem Bruder stammenden Mathis-Wagen und kaufte sich f\u00fcr 14.000 Mark ein Buick-Cabriolet, unternahm Reisen nach \u00dcbersee, u. a. durch ganz Amerika. So fuhr er 1933 mit der S.S. Europa von Bremen nach New York, von wo aus er eine USA-Rundreise startete.<\/p>\n<p>1932 lernte Biberti in den UFA-Studios in Potsdam-Babelsberg seine sp\u00e4tere Frau kennen: Hildegard Liesbeth Longino, geboren am 13. Juni 1907 in Halberstadt. Sie war T\u00e4nzerin und Schauspielerin und war u. a. bei Rudolf Nelson aufgetreten. Doch zun\u00e4chst hatte er eine l\u00e4ngere Beziehung zu Lucie Rosenfeldt, der sp\u00e4teren Ehefrau von Walter Kollo. Ab 1934 lebte er dann mit Hilde Longino zusammen.<\/p>\n<p>Robert Biberti geh\u00f6rte zu den \u201earischen\u201c Mitgliedern der Gruppe, die im Februar 1935 auf Antrag endg\u00fcltig in die Reichsmusikkammer aufgenommen wurden. Er erhielt die Mitglieds-Nr. I\/12822. Da den j\u00fcdischen Mitgliedern durch die Ablehnung ihrer Aufnahme jede weitere k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit in Deutschland unm\u00f6glich geworden war, standen die Comedian Harmonists vor einer schweren Entscheidung. Eine Emigration ins Ausland lehnte Biberti kategorisch ab. Da auch Erwin Bootz und Ari Leschnikoff die Unw\u00e4gbarkeiten eines Neuanfangs au\u00dferhalb Deutschlands nicht eingehen wollten, kam es schlie\u00dflich zu der Entscheidung, k\u00fcnftig zwei Gruppen zu betreiben, beide unter gleichem Namen.<\/p>\n<p>Nach der Aufl\u00f6sung der Comedian Harmonists wurde Robert Biberti Gr\u00fcnder und Mitinhaber des Meistersextetts und suchte schon ab M\u00e4rz 1935 per Zeitungsannonce neue S\u00e4nger. Er f\u00fchrte Vertragsverhandlungen, verwaltete Gagen und Lizenzeinnahmen. Auch in dieser Zeit setzte Robert Biberti seine Reiset\u00e4tigkeit fort, so fuhr er im Juni 1936 f\u00fcr 6 Wochen mit seiner Frau Hilde, seinem Bruder Leopold und mit Erwin Bootz in die USA. Mit seiner Filmkamera machte er Aufnahmen von den Niagara-F\u00e4llen, von Florida und Havanna. Auch 1937 unternahm er erneut mit Hilde eine Schiffsreise in die USA.<br \/>\nAm 18. Februar 1938 starb seine Mutter, Emilie Biberti, zu der er zeitlebens ein liebevolles Verh\u00e4ltnis hatte. An diesem Tag gab das Meistersextett abends ein Konzert in der Berliner Philharmonie.<br \/>\nIm Sommer 1938 unternahmen Bibertis erneut eine Schiffsreise in die USA, begleitet von Erwin Bootz.<br \/>\nNach dem Bruch mit einigen Mitgliedern des Meistersextetts im Herbst 1939 versuchte Biberti mehrfach, das Ensemble wiederzubeleben. Dabei bem\u00fchte er sich um Wehrmachtskonzerte sowie um Freistellung der von ihm neu eingestellten S\u00e4nger von der Wehrpflicht. Nebenbei machte er bei Gelegenheit Schallplattenaufnahmen, so im November 1939 E.G. 7007 \u201eSch\u00f6n ist das Soldatenleben (Potpourri)\u201c, Teil 1 und 2 mit Begleitung durch Will Glahe und sein Harmonika-Orchester.<\/p>\n<p>Eine Aufforderung zur Luftschutzdienstpflicht vom Januar 1940 durchkreuzte zun\u00e4chst seine k\u00fcnstlerischen Pl\u00e4ne, so dass er erst im Dezember desselben Jahres wieder mit einem Ensemble in neuer Besetzung auftreten konnte. Nebenbei machte er Tonaufnahmen und experimentierte dazu mit Gelatinefolie-Schneidapparaturen. Auch seinem Hobby, der Fotografie, blieb er treu.<br \/>\nBei zwei Bombentreffern vor und hinter dem Haus Carmerstra\u00dfe 11 am 21. Oktober 1940, morgens um kurz vor f\u00fcnf, wurden zahlreiche M\u00f6bel zerst\u00f6rt und auch viele von Bibertis Platten. Er erhielt f\u00fcr seinen L\u00f6scheinsatz am eigenen Haus das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern.<br \/>\nIm Februar 1941 kam die Konzertt\u00e4tigkeit des Meistersextetts endg\u00fcltig zum Erliegen. Biberti, nun ohne festes Einkommen, bem\u00fchte sich um Aufnahmen bei der Electrola, meist als Chors\u00e4nger, unter anderem Elektrola E.G. 7224: \u201eSing, Nachtigall, sing\u201c mit dem Orchester Will Glahe. Nebenbei beschaffte und tauschte Robert Biberti Dinge, die durch den Krieg rar geworden waren: M\u00f6belbezugsstoffe, Radior\u00f6hren, Taschenlampen, Sicherungen, Puddingpulver, Autoteile, Zigaretten und Tabak, Photomaterial und Werkzeuge. Er reparierte Uhren, Plattenspieler und andere elektrische Ger\u00e4te. Im Gegenzug erhielt er daf\u00fcr Lebensmittel. Seine Frau Hilde tanzte im Rose-Theater, um so zum Lebensunterhalt des Paares beizutragen.<\/p>\n<p>Bis zum November 1941 war Robert Biberti als Luftschutzwart dienstverpflichtet. Im Januar 1943 wurde sein schlimmster Alptraum wahr: Er wurde zur Wehrmacht eingezogen und diente in der Alexander-Kaserne in Berlin-Ruhleben, u. a. als Waffenwart.<br \/>\nIm November 1943 wurde das Haus Carmerstra\u00dfe 11 erneut von einer Brandbombe getroffen, die Wohnung von Robert Biberti erlitt Brand- und L\u00f6schwassersch\u00e4den. Daher verlagerte er M\u00f6bel und Inneneinrichtung zu Bekannten in Brandenburg, Th\u00fcringen und Sachsen-Anhalt.<br \/>\nAb Januar 1944 stellte man Biberti von der Wehrmacht frei, wohl auch aufgrund eines unterw\u00fcrfigen Bittbriefes an Emmy G\u00f6ring, Ehefrau des Reichsmarschalls, fr\u00fchere Schauspielkollegin seines Bruders Leopold. Es gelang ihm, eine Arbeit an angeblich kriegswichtigen Entwicklungen im Laboratorium Menke in Zoppot an der Ostsee zu bekommen und seine Freundin Hilde dorthin nachzuholen.<\/p>\n<p>Am 17. Juni 1944 heirateten Robert Edgar Biberti und Hildegard Liesbeth Longino auf dem Standesamt Berlin-Charlottenburg. Hilde Biberti ging seit ihrer Heirat mit \u201eBob\u201c keiner geregelten Besch\u00e4ftigung mehr nach. Eine geplante Hochzeitsreise zum Bruder nach Ascona am Lago Maggiore wurde durch ein Einreiseverbot der Schweizer Beh\u00f6rden verhindert. Immerhin befand sich Deutschland mit halb Europa im Krieg.<br \/>\nAb April 1944 sollte das Laboratorium in Soppot wegen der herannahenden Front nach Weida in Th\u00fcringen verlegt werden, was sich jedoch verz\u00f6gerte. Schlie\u00dflich erfolgte im M\u00e4rz 1945 eine \u00fcberst\u00fcrzte Flucht, Robert und Hilde wohnten in einem Hotel in Weida, als die Amerikaner einmarschierten. Beide kehrten kurz darauf nach Berlin zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach Kriegsende litten Bibertis \u2013 wie die meisten Deutschen \u2013 wirkliche Not, nachdem viele Einrichtungsgegenst\u00e4nde und Wertsachen ausgelagert bzw. auf dem Transport verloren gegangen waren. Biberti wurde als Unbelasteter \u201eentnazifiziert\u201c. Er hatte kein festes Einkommen und erhielt nur die Lebensmittelkarte III. Er handelte mit allem, was sich zu Geld machen lie\u00df. Er bat alle m\u00f6glichen Leute im Ausland um Lebensmittellieferungen, neben seinem Bruder auch Ursula Elkan, Werner Richard Heymann und Peter Lorre.<br \/>\nNach wie vor f\u00fchrte Robert Biberti in seinem Briefkopf die Firmenbezeichnung Comedian Harmonists. Auf einem neuen Kopfbogen stand nunmehr: <em>\u201eComedian Harmonists (\u201eMeistersextett\u201c), Leitung Robert Biberti, Sekretariat Probe- und Schallplattenstudio, Berlin-Charlottenburg 2, Carmerstra\u00dfe 11, Telephon 312741\u201c<\/em>. Biberti behauptete in Schreiben an die Beh\u00f6rden, dass er das Ensemble wieder aufbaut, und beantragte daf\u00fcr Unterst\u00fctzung (Strom- und Kohlezuteilung, Reisegenehmigungen). Er stellte Anstellungsbescheinigungen f\u00fcr seine Frau Hilde, den ehemaligen Sekret\u00e4r des Meistersextetts, Dr. Hanns Grafe, sowie den ehemaligen Tenor Alfred Grunert aus. Von tats\u00e4chlichen Einstellungen, Proben, Auftritten oder Aufnahmen ist jedoch nichts bekannt geworden. Noch im Berliner Stadtadressbuch von 1948 findet sich die Anzeige <em>\u201eComedian Harmonists, Schallplatten-Studio, Prober\u00e4ume und Sekretariat, Leitung: Robert Biberti, Berlin-Charlottenburg, Carmerstra\u00dfe 11\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Biberti betrieb wie viele andere Berliner auch einen schwunghaften Handel mit allem, woran es zu dieser Zeit mangelte: Radior\u00f6hren, Wechselrichter, Taschenlampengl\u00fchlampen, Sicherungen, Lautsprecher, Kondensatoren und R\u00f6hren f\u00fcr Radios, Staubsaugerteile, Petroleum, Schrauben, Tauchsieder, Wolle, Seife, Kugellager und was sich sonst noch zu Geld machen lie\u00df oder besser noch gegen Butter, Zigaretten und dergleichen eingetauscht werden konnte. Daf\u00fcr reparierte er auch Radios und Klaviere. <\/p>\n<p>Zeitlebens protestierte Biberti bei Zeitungen und Institutionen gegen jede Art von Verwendung der Namen Comedian Harmonists und Meistersextett bzw. \u00e4hnlich klingender Namen und berichtigte alle seiner Meinung nach fehlerhaften Darstellungen \u00fcber die Gruppen. Unter anderem beschwerte er sich bei Herbert Imlau wegen angeblicher Nutzung des Namens Comedian Harmonists f\u00fcr dessen Comedien-Quartett. Lange Jahre gab Biberti sich als Gr\u00fcnder der Comedian Harmonists aus.<br \/>\nFerner f\u00fchrte er einen erbitterten Kampf gegen Fred Kassen, den er \u2013 neben Leschnikoff \u2013 f\u00fcr den Schuldigen am Zusammenbruch des Meistersextetts im Jahr 1939 und f\u00fcr seine angebliche Verfolgung durch die Gestapo hielt. Dabei versuchte er, auch Alfred Grunert und Herbert Imlau f\u00fcr seine Zwecke einzusetzen. <\/p>\n<p>Schon bald hatte er Kontakt mit dem nach Berlin zur\u00fcckgekehrten Frommermann, der sich jetzt Frohman nannte und beim Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) in Berlin besch\u00e4ftigt war. Auch mit Collin, Grunert und Imlau unterhielt er Briefkontakte.<br \/>\nVon M\u00e4rz bis Oktober 1949 hielten sich Robert und Hilde Biberti in Ascona im dortigen Ferienhaus des Bruders Leopold auf. Von da ab erfolgten regelm\u00e4\u00dfige j\u00e4hrliche mehrmonatige Aufenthalte in Ascona bis zum Tod des Bruders, wobei sich Robert Biberti um den Ausbau des Anwesens k\u00fcmmerte.<\/p>\n<p>In Berlin hielt er sich zun\u00e4chst durch verschiedene Arbeiten wie Reparaturen, Schlosserarbeiten, elektrische Installationen und Fotografie \u00fcber Wasser. Noch Anfang der 1950er Jahre firmierte Biberti im Berliner Telefonbuch unter <em>\u201eBiberti, Robert, Comedian Harmonists, Charlottenburg, Carmerstra\u00dfe 11\u201c<\/em>, obwohl er die Versuche einer Wiederbelebung des Ensembles l\u00e4ngst aufgegeben hatte.<br \/>\nEr setzte seinen Briefwechsel mit Grunert und Imlau fort, gelegentlich auch mit Collin und Cycowski und gab in deren Entsch\u00e4digungsverfahren eidesstattliche Versicherungen \u00fcber die H\u00f6he der Eink\u00fcnfte zwischen 1928 und 1935 ab.<br \/>\nEin Streit mit seinem Vermieter f\u00fchrte zur K\u00fcndigung der Wohnung Carmerstra\u00dfe 11. Familie Biberti zog Anfang 1957 in eine 6-Zimmer-Wohnung mit Heizung und Warmwasser im 3. Stock des Eckhauses Schl\u00fcterstra\u00dfe 55 in Berlin-Charlottenburg. Biberti wohnte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1985. Auch unter dieser Adresse findet sich der Eintrag <em>\u201eComedian Harmonists\u201c<\/em> hinter seinem Namen im Telefonbuch.<\/p>\n<p>Seit Sommer 1959 erhielt Robert Biberti eine Rente vom Entsch\u00e4digungsamt Berlin, wovon er die H\u00e4lfte allein f\u00fcr die Miete aufwenden musste. Es l\u00e4sst sich kaum noch rekonstruieren, welche Einnahmen Biberti nach dem Krieg aus dem Wiederverkauf der Schallplatten der Comedian Harmonists und des Meistersextetts zuflossen. Wahrscheinlich wurden Auslands-Lizenzen seit 1939 gar nicht mehr gezahlt, und nach 1945 kam die Plattenproduktion nur langsam in Gang. Die Situation besserte sich in den 1950er und 1960er Jahren, auch durch die Produktion neuer Electrola-Schallplatten mit Comedian-Harmonists-Aufnahmen. Biberti besserte sein Einkommen durch Honorare auf, die er f\u00fcr Interviews und Zeitschriftenartikel sowie f\u00fcr die Bereitstellung von Fotos f\u00fcr Plattencover und Zeitungsartikel erhielt. Biberti fotografierte, f\u00fchrte weiter mechanische Reparaturen aus, arbeitete M\u00f6bel auf und f\u00fchrte allerlei Prozesse, f\u00fcr sich und andere. <\/p>\n<p>Dank seiner Eink\u00fcnfte war Biberti inzwischen ein gro\u00dfz\u00fcgiger Lebensstil m\u00f6glich. Sein erster Stammtisch befand sich im Bierlokal \u201eSchildkr\u00f6te\u201c in Charlottenburg. Ende 1957 k\u00fcndigte der Pressezeichner Will Halle (eigtl. Erich Will) an, dass er einen 14-t\u00e4gigen Stammtisch im Lokal \u201eTattersall\u201c einrichten wird, gegr\u00fcndet 1954 von dem ehemaligen Preisboxer Franz Diener und bis zu dessen Tod im April 1969 von ihm betrieben. An diesen K\u00fcnstler-Runden \u201ebei Diener\u201c, aus denen oftmals lange N\u00e4chte wurden, nahmen viele gro\u00dfe und kleine \u201eSternchen\u201c von B\u00fchne und Film teil. Biberti spendierte einen eigenen Tisch und steuerte ein Gruppenfoto der Comedian Harmonists zur Dekoration bei \u2013 beides ist noch heute in der Kneipe am Savignyplatz in Berlin-Charlottenburg zu finden. Biberti verkehrte dort bis zu seinem Tod, nicht selten setzte der Nachtschw\u00e4rmer anschlie\u00dfend seinen Kneipenabend in \u201ePauls Diele\u201c in der Augsburger Stra\u00dfe oder im \u201eZwiebelfisch\u201c am Savignyplatz fort.<br \/>\nF\u00fcr eine vierteilige Artikelserie in der Illustrierten \u201eConstanze\u201c stellte Robert Biberti 1957 zahlreiche Bilder zur Verf\u00fcgung. Sp\u00e4ter behauptete er, seine Schilderungen seien darin verk\u00fcrzt und entstellt wiedergegeben worden. Auch ein f\u00fcnfteiliger Artikel in der ostdeutschen Zeitschrift \u201eMelodie und Rhythmus\u201c aus dem Jahr 1960 beruht auf den Bildern und Informationen von Robert Biberti.<\/p>\n<p>Mitte 1959 meldete sich Rudolph Fischer-Maretzki schriftlich aus seinem Londoner Exil bei Robert Biberti. Er nutzte seine Beziehungen zur His Masters Voice und k\u00fcmmert sich um die Auszahlung der seit 1939 aufgelaufenen Auslandslizenzen der Comedian Harmonists und des Meistersextetts.<br \/>\nRobert Biberti stand weiterhin in Briefkontakt mit fr\u00fcheren Kollegen, so auch mit dem Pianisten Willi Herrmann sowie mit Erwin Bootz, der im Oktober 1959 nach Kanada ausgewandert war, ferner mit den Konzertdirektionen von Karl Gensberger in M\u00fcnchen, von Hermann Kempf in Frankfurt am Main und von Erich Knoblauch, urspr\u00fcnglich in Dresden, seit 1959 in Heidelberg. Anfang der 1960er Jahre verlegte sich Biberti auf den Handel mit Antiquit\u00e4ten und firmierte so auch im Berliner Branchenfernsprechbuch. 1962 hielten sich Robert und Hilde wiederum mehrere Monate lang in Ascona auf. F\u00fcr Harry Frohman, der im selben Jahr nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt war, schrieb Biberti eidesstattliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr dessen Entsch\u00e4digungsverfahren.<br \/>\n1963 konzipierte und moderierte Biberti die Radiosendung \u201eSingende Kom\u00f6dianten\u201c \u00fcber die Comedian Harmonists. Ab Juni 1964 wohnte Rudolph Fischer-Maretzki f\u00fcr etwa ein Jahr bei Bibertis zur Untermiete, quasi als Starthilfe nach dessen R\u00fcckkehr nach Deutschland. Der einzige, dessen flehentliche Bitten um materielle Unterst\u00fctzung Biberti konsequent ignoriert hat, war Ari Leschnikoff.<br \/>\n1965 besuchte Harry Frohman in Begleitung seiner Lebensgef\u00e4hrtin Erika von Sp\u00e4th die Familie Biberti in Berlin. Im Fr\u00fchjahr 1967 \u00fcbernahm Biberti eine winzige Rolle in dem Film \u201eHerrliche Zeiten im Spessart\u201c mit Lilo Pulver: Er spielte einen niederbayrischen Minister, die Dialekt-Stimme wurde nachtr\u00e4glich synchronisiert. Biberti hatte auch einen Auftritt in dem Kurzfilm \u201eMauerblume im Ballhaus Paradox\u201c von Rudolf Lorenzen, m\u00f6glicherweise auch in dem Kurzfilm \u201eWalterchen der Seelentr\u00f6ster\u201c \u00fcber ein Berliner Original, den Ballhausbesitzer Walter Draesel.<\/p>\n<p>Am 15. Februar 1968 verstarb Hildegard Biberti nach l\u00e4ngerer Krankheit &#8211; die Urnenbeisetzung fand am 6. August 1968 auf dem Friedhof des Krematoriums Berlin-Wilmersdorf statt. Seiner Schwiegermutter Ella Longino in Halberstadt schickte Biberti nach wie vor Pakete, bis auch diese Anfang 1969 verstarb.<br \/>\nEnde der 1960er Jahre stritt sich Biberti mit der Electrola, insbesondere wegen der Anteile von Leschnikoff und Bootz seit 1939. Eine H\u00e4lfte der Tantiemen ging seit 1935 an die Gruppe um Frommermann. Inzwischen hatte sich auch Ari Leschnikoff bei der Electrola nach seinen Tantiemen-Anteilen erkundigt.<br \/>\n1969 weilte Biberti erneut mehrere Monate in Ascona auf dem Grundst\u00fcck seines Bruders Leopold. Robert Biberti k\u00fcmmerte sich in Berlin auch um dessen Entsch\u00e4digungsanspr\u00fcche wegen Verlusten durch Kriegseinwirkung. Nach dem pl\u00f6tzlichen Tod von Leopold Biberti am 24. November 1969 in Nauheim w\u00e4hrend einer Theatertournee stritt sich Robert Biberti mit dessen Tochter Evelotte um seinen Anteil am Erbe. <\/p>\n<p>Im September 1969 fanden in Bibertis Wohnung Filmaufnahmen f\u00fcr den Kurzfilm \u201eDie Torte\u201c von Rudolf Lorenzen und Karin Hanisch statt, f\u00fcr den Biberti auch Requisiten bereitstellte. Es gab verschiedene Synchronfassungen von diesem Streifen, der Film lief unter dem Titel \u201eVariationen \u00fcber einen Film\u201c am 28. Dezember 1970 im ZDF. Weihnachten und Silvester 1970 verbrachte Biberti in Ascona.<br \/>\nRobert Biberti litt nach dem Tod seiner Frau unter der Einsamkeit. Viele fr\u00fchere Freunde und Kollegen waren inzwischen verstorben. Er pflegte wenige pers\u00f6nliche Beziehungen, u. a. zu Siegfried Muchow, Hanns Grafe, zu seinem Jugendfreund Theobald Zimmermann und zu Erwin Bootz, der 1971 aus Kanada zur\u00fcckkehrte.<br \/>\nIm Juli 1972 suchte Dr. Peter Czada, Dozent an der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Recht in Berlin, per Zeitungsannonce alte Platten der Comedian Harmonists. Biberti meldete sich schriftlich, und es entstand ein intensiver Kontakt, der bis zu Bibertis Tod andauerte, zu mehreren Plattenver\u00f6ffentlichungen mit Liedern der Comedian Harmonists f\u00fchrte und sp\u00e4ter in die Ver\u00f6ffentlichung des Buches \u201eComedian Harmonists \u2013 Ein Gesangsensemble erobert die Welt\u201c von G\u00fcnter Gro\u00dfe und Peter Czada m\u00fcndete.<br \/>\nBiberti unternahm weiter ausgedehnte Reisen, u. a. nach England, \u00d6sterreich, Italien, Jugoslawien, die Schweiz, Frankreich und Thailand, einige in Frauenbegleitung.<br \/>\nIm Sommer 1973 entstand beim Senat von Berlin die Idee, die Comedian Harmonists anl\u00e4sslich des 45. Jahrestag ihrer Gr\u00fcndung noch einmal zusammen auftreten zu lassen. Sie sollten das Lied \u201eWochenend und Sonnenschein\u201c singen. Der zwischenzeitlich verstorbene Erich Collin sollte dabei durch Alfred Grunert ersetzt werden. Aus verschiedenen Gr\u00fcnden wurde dieses Projekt aber nicht verwirklicht.<br \/>\nEnde 1975 entschloss sich der Bremer Fernsehjournalist Eberhard Fechner, die Lebensgeschichten der Mitglieder der Comedian Harmonists in einer dreist\u00fcndigen Fernsehsendung zu erz\u00e4hlen. Unter anderem f\u00fchrte er vom 5. bis 10. Dezember 1975 Interviews mit Robert Biberti in dessen Berliner Wohnung. Biberti stellte f\u00fcr die Produktion gegen ein \u00fcppiges Honorar Fotos, Plakate, Schallplatten und Filmaufnahmen zur Verf\u00fcgung. Die Sendung lief erstmalig am 18. und 20. Dezember 1976 im Norddeutschen Rundfunk, nach der Erstausstrahlung gab es weit \u00fcber 1000 begeisterte Zuschriften. Gleichzeitig brachen aber auch alte Ressentiments unter den Mitgliedern auf. Ehemalige Mitglieder des Meistersextetts f\u00fchlten sich in der Reportage unterrepr\u00e4sentiert. Au\u00dferdem wurde die Frage nach den Tantiemen wieder interessant. So f\u00fchrte Biberti 1976 einen Rechtsstreit mit Erwin Bootz \u00fcber die Einnahmen aus den alten und neuen Plattenverk\u00e4ufen.<br \/>\n1977 kam es in Berlin nach 42 Jahren zu einer Wiederbegegnung zwischen Robert Biberti und Roman Cycowski. Gemeinsam mit seiner Frau war Cycowski in Baden-Baden zu Kur und besuchte anschlie\u00dfend auch die Lebensgef\u00e4hrtin des inzwischen verstorbenen Harry Frohman in Bremen. Im November 1978 hatte Biberti den einzigen bekannten gemeinsamen Fernsehauftritt mit Erwin Bootz in der Sendereihe \u201eBerliner Fenster\u201c.<br \/>\nBiberti besch\u00e4ftigte sich nach wie vor in seiner Werkstatt, machte Fotos und reiste, so u. a. 1978 nach Moskau und Leningrad, sp\u00e4ter nach Kalifornien. Nebenbei f\u00fchrte er sein inzwischen gewaltiges Comedian-Harmonists-Archiv, besa\u00df fast alle Schallplatten der Gruppe, f\u00fchrte in dieser Sache eine umfangreiche Korrespondenz und gab Interviews. Daneben wirkte er gelegentlich noch als Kleindarsteller in Filmen mit, so u. a. 1979 als kleiner Ganove in der Serie \u201eRuby Martinson\u201c des S\u00fcdwestfunks. 1979 nahm er gemeinsam mit Peter Czada den Deutschen Schallplattenpreis entgegen, der der Gruppe anl\u00e4sslich der Wiederver\u00f6ffentlichung ihrer Lieder auf inzwischen 5 Doppelalben verliehen wurde. F\u00fcr Robert Biberti bedeutete dies aber vor allem nicht unbetr\u00e4chtliche Tantiemen-Einnahmen.<br \/>\nIm Februar 1980 gab Robert Biberti Eberhard Fechner ein erneutes Interview f\u00fcr dessen Buch \u201eComedian Harmonists \u2013 Sechs Lebensl\u00e4ufe\u201c, dass auf den 1975\/76 gef\u00fchrten Interviews mit den damals noch lebenden Mitgliedern der Gruppe beruht. Das Interesse an den Comedian Harmonists lebte wieder auf, Nachfolgegruppen entstanden. So erhielt Biberti neben Autogrammw\u00fcnschen auch viele Einladungen zu Interviews, Vortr\u00e4gen und Konzerten, so u. a. im Januar 1984 zu einem Konzert der \u201eKing&#8217;s Singers\u201c in K\u00f6ln, das live im Radio \u00fcbertragen wurde.<br \/>\n1984 drehte der Hessische Rundfunk ein Lebensportr\u00e4t unter dem Titel \u201eEin Berliner Leben \u2013 Robert Biberti\u201c. Im gleichen Jahr war Robert Biberti Gast in der Talkshow \u201eIII nach 9\u201c des NDR und in einer Sendung von Radio Bremen.<\/p>\n<p>Abgesehen von seiner scheinbar ungebrochenen Popularit\u00e4t litt Robert Biberti in seinen letzten Lebensjahren zunehmend an gesundheitlichen Problemen. Schlie\u00dflich starb er am 2. November 1985 in Berlin an Nierenversagen. Robert Biberti hinterlie\u00df keine leiblichen Nachkommen. Sein Grab befand sich bis zum Juni 2015 auf dem Friedhof des Krematoriums Berlin-Wilmersdorf. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"center\" size=\"2\" width=\"100%\">\n<p style=\"text-align: center;\">Unter Verwendung von Nachl\u00e4ssen und <a href=\"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=30\" title=\"Literatur\"><strong>publizierten Quellen<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Broody &nbsp; Robert Edgar BIBERTI * 5.6.1902 in Berlin \u2020 2.11.1985 in Berlin &nbsp; Die Entstehung des Familiennamens ist nicht eindeutig gekl\u00e4rt. 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