{"id":772,"date":"2014-04-28T01:03:23","date_gmt":"2014-04-27T23:03:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=772"},"modified":"2021-11-08T17:40:42","modified_gmt":"2021-11-08T15:40:42","slug":"richard-sengeleitner","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=772","title":{"rendered":"Richard Sengeleitner"},"content":{"rendered":"<p><strong>von Broody<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\">Richard SENGELEITNER<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 28.7.1903 in F\u00fcrth<br \/>\n\u2020 12.7.1980 in Berlin-Zehlendorf<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nRichard Sengeleitner wurde am 28. Juli 1903 in F\u00fcrth geboren. Er studierte an der Musikakademie in M\u00fcnchen und deb\u00fctierte 1930 als Tenor am Stadttheater Hagen\/Westfalen. Weitere Engagements f\u00fchrten ihn 1932 ans Stadttheater Bremerhaven und 1933 ans Landestheater Coburg. Mit Vertrag vom 28. Juni 1935 wurde er zweiter Tenor des Meistersextetts. Er wohnte zu dieser Zeit zur Untermiete in der D\u00fcsseldorfer Stra\u00dfe 7 in Berlin-Wilmersdorf. Der zun\u00e4chst f\u00fcr ein Jahr geschlossene Vertrag sicherte ihm ein monatliches Angestellten-Gehalt von 500 Reichsmark plus Spesen und ein Weihnachtsgeld von 50 RM und sollte sich automatisch verl\u00e4ngern, sofern er nicht einseitig fristgerecht gek\u00fcndigt wird. Richard Sengeleitner war an den ersten k\u00fcnstlerischen Erfolgen des Meistersextetts ebenso beteiligt wie an zehn Plattenaufnahmen und an den Filmen \u201eDie Entf\u00fchrung\u201c und \u201eSchabernack\u201c sowie an dem Reklamefilm f\u00fcr die Firma Caspar Blume. Das Ger\u00fccht, Sengeleitner habe sich stimmlich nicht zufriedenstellend in das Ensemble eingef\u00fcgt, entbehrt jeder Grundlage, im Gegenteil: Die klassisch ausgebildete Stimme Sengeleitners passte sich einerseits pr\u00e4zise und unauff\u00e4llig in die Gesamtharmonie des Gruppenklangs ein, entfaltete andererseits aber auch wenn n\u00f6tig eine kraftvolle solistische Pr\u00e4senz. Ebenso wie Walther Blanke wurde auch Richard Sengeleitner am 31. M\u00e4rz 1936 ein neuer Vertrag mit dem Meistersextett angeboten, den er jedoch nicht unterschrieb. Die Einschaltung der Reichskulturkammer brachte keinen Erfolg, so dass auch Sengeleitner zum 30. Juni 1936 eine K\u00fcndigung erhielt. Offenbar fand sich Sengeleitner letztendlich damit ab, da er ohnehin eine Solokarriere anstrebte. Eine Klage von ihm und Walther Blanke gegen das Meistersextett vor dem Arbeitsgericht Berlin wegen ausstehender Gagen wurde am 24. Juni 1936 abgewiesen. Richard Sengeleitner sollte zuerst durch Rudi Schuricke ersetzt werden, der aber von Ari Leschnikoff abgelehnt wurde. Schlie\u00dflich fand man im Sommer 1936 zun\u00e4chst Zeno Costa von den Kardosch-S\u00e4ngern als neuen Tenor, der dann im September 1936 von Alfred Grunert abgel\u00f6st wurde.<br \/>\nRichard Sengeleitner wohnte inzwischen in der Kantstra\u00dfe 51 in Berlin-Charlottenburg und fand ab Sommer 1936 ein Engagement als erster lyrischer Tenor am Stadttheater Mainz. Bei den Filmaufnahmen des Meistersextetts f\u00fcr \u201eDie un-erh\u00f6rte Frau\u201c am 15. August 1936 wurde er jedoch f\u00fcr eine Gage von 50 RM erneut befristet engagiert.<br \/>\nAus dem Jahr 1936 ist eine Rundfunkaufnahme mit Richard Sengeleitner erhalten geblieben. Er singt den Schmiedegesellen Peter in Eduard K\u00fcnnekes Operette \u201eDas Dorf ohne Glocke\u201c, zusammen mit dem Orchester und dem Kammerchor des Deutschlandsenders Berlin. Von 1937 bis 1939 war Richard Sengeleitner am Stadttheater von Freiburg im Breisgau engagiert. Zu seinem Repertoire geh\u00f6rten Opernpartien als lyrischer Tenor und Operettenrollen. 1937\/38 machte er mehrere Schallplattenaufnahmen als Tenor mit Orchesterbegleitung f\u00fcr die Firma Grammophon, u. a. \u201eIch bin nur ein armer Wandergesell\u201c aus \u201eDer Vetter aus Dingsda\u201c von Eduard K\u00fcnneke, \u201eSchenkt man sich Rosen in Tirol\u201c aus \u201eDer Vogelh\u00e4ndler\u201c von Carl Zeller, \u201eLiebe, du Himmel auf Erden\u201c und \u201eGern hab ich die Frau\u2019n gek\u00fcsst\u201c aus der Operette \u201ePaganini\u201c von Franz Lehar, ferner \u201eErinnerungen an Sorrent\u201c von de Curtis, \u201eDie Millionen des Harlekin\u201c von Riccardo Drigo, \u201eTrinke Liebchen, trinke schnell\u201c aus der Operette \u201eDie Fledermaus\u201c von Johann Strau\u00df und \u201eAls flotter Geist\u201c aus dem \u201eZigeunerbaron\u201c. Er nahm au\u00dferdem die Lieder \u201eMein Herz sehnt sich nach Liebe\u201c und \u201eDir allein\u201c von Gerhard Winkler auf.<br \/>\nRichard Sengeleitner war Mitglied der Reichskulturkammer, Fachschaft B\u00fchne. W\u00e4hrend der Spielzeit 1940\/41 war er am Staatstheater Danzig engagiert und dar\u00fcber hinaus beim Rundfunk t\u00e4tig. 1941 war er f\u00fcr den Deutschen Veranstaltungs-Dienst und ab dem 1. M\u00e4rz 1942 f\u00fcr die K\u00fcnstler-Agentur Cornelis Bronsgeest im Rahmen der Wehrmachtsbetreuung als erster Tenor t\u00e4tig. Er war bereits in zweiter Ehe verheiratet und hatte drei Kinder, davon eines aus erster Ehe. Die Familie wohnte in Berlin-Neuk\u00f6lln, Braunauer Stra\u00dfe 75. Am 30. Januar 1944 wurden seine Wohnung und der gr\u00f6\u00dfte Teil der Einrichtung bei einem Bombenangriff vernichtet, so dass die Familie in ein Notquartier in der Lahnstra\u00dfe 80 in Berlin-Neuk\u00f6lln ziehen musste.<br \/>\n\u00dcber seine ersten Nachkriegs-Aktivit\u00e4ten ist nichts bekannt. Ab 1956 bis etwa 1973 war Richard Sengeleitner Gesangslehrer an der Musikhochschule Berlin, wo er 1958 eine Professur erhielt. Zu seinen Sch\u00fclern geh\u00f6rten der Bariton G\u00fcnter Reich, die Mezzosopranistinnen Verena Keller, Helrun Gardow und Elisabeth Steiner sowie die Altistin Vera Little.<br \/>\nRichard Sengeleitner lebte bis zu seinem Tod in Berlin-Neuk\u00f6lln, Ilsestra\u00dfe 16a. Er starb am 12. Juli 1980 in Berlin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<p style=\"text-align: center;\">Unter Verwendung von Nachl\u00e4ssen und <a href=\"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=30\" title=\"Literatur\"><strong>publizierten Quellen<\/strong><\/a>,<br \/>\nsiehe auch <a href=\"http:\/\/hosting.operissimo.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Operissimo<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Broody &nbsp; Richard SENGELEITNER &nbsp; * 28.7.1903 in F\u00fcrth \u2020 12.7.1980 in Berlin-Zehlendorf &nbsp; Richard Sengeleitner wurde am 28. Juli 1903 in F\u00fcrth geboren. 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