{"id":781,"date":"2014-04-28T01:14:26","date_gmt":"2014-04-27T23:14:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=781"},"modified":"2020-11-23T11:36:53","modified_gmt":"2020-11-23T09:36:53","slug":"walther-blanke","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=781","title":{"rendered":"Walther Blanke"},"content":{"rendered":"<p><strong>von Broody<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\">Franz Carl <span style=\"text-decoration: underline;\">Walther<\/span> BLANKE<br \/>\n(sp\u00e4ter meist: Walter Blanke)<\/h5>\n<p><b>* 18.4.1902 in Hamburg<br \/>\n\u2020 26.3.1986 in Hamburg<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nWalther Blanke wurde am 18. April 1902 in Hamburg als Sohn von Otto Blanke und Emma Blanke, geb. Wedemeyer, geboren. Geschwister von ihm sind nicht bekannt. Seine erste Registrierung als \u201eArtist\u201c stammt aus dem Jahr 1923. Nach einer dreij\u00e4hrigen Ausbildung am Konservatorium in Hamburg war er an verschiedenen B\u00fchnen als Operntenor engagiert, so in der Spielzeit 1929\/30 in Neustrelitz, 1930\/31 am Landestheater Coburg, 1931\/33 in Hamburg-Altona, 1933\/34 am Stadttheater in Halle a. d. Saale und ab 1934 in Berlin, u. a. am Volkstheater Lichtburg und am Rose-Theater. Er wohnte zu dieser Zeit in der Friedrichstra\u00dfe 133a und lernte in Berlin vermutlich seine sp\u00e4tere Frau Gertrud Margarete Por\u00e9e, geb. Braunisch, geboren am 11. Juni 1907 in Halle (Saale) und wohnhaft in Weimar, kennen. Er wohnte zu dieser Zeit in der D\u00fcsseldorfer Stra\u00dfe 7 in Berlin-Wilmersdorf.<br \/>\nDanach wirkte Walther Blanke kurzzeitig bei den \u201e5 Parodisters\u201c, den sp\u00e4teren \u201eMetropol-Vokalisten\u201c mit. Es gilt als sicher, dass er im M\u00e4rz 1934 in Berlin an den Aufnahmen von \u201eWer hat Angst vor dem b\u00f6sen Wolf\u201d und \u201eSpanische Dorfmusik\u201d beteiligt war. Im gleichen Jahr machte er Tonfilmaufnahmen f\u00fcr \u201eFr\u00e4ulein Liselott\u201c von Vasgen Badal mit Magda Schneider und Albert Lieven, dar\u00fcber hinaus wirkte er 1935 gemeinsam mit Luigi Bernauer in dem Rota-Kurztonfilm \u201eDer arme Reiche\u201c mit und machte Gesangs- und Sprechaufnahmen f\u00fcr Werbe-Trickfilme der UFA.<br \/>\nAb dem 28. Juni 1935 war Walther Blanke als Bariton beim Meistersextett mit einem monatlichen Fixum von 500 Reichsmark plus Spesen und einem Weihnachtsgeld von 50 Reichsmark angestellt. Der Vertrag sollte sich ab Juni 1936 stillschweigend verl\u00e4ngern, falls er nicht von einem der Vertragspartner gek\u00fcndigt wird. Walther Blanke war an zehn Plattenaufnahmen, an den Filmen \u201eDie Entf\u00fchrung\u201c und \u201eSchabernack\u201c sowie an dem Reklamefilm f\u00fcr die Firma Caspar Blume beteiligt. Offenbar bestanden aber schon fr\u00fchzeitig Differenzen mit Blanke, Biberti bezeichnete ihn als \u201eRuhest\u00f6rer und Obermeckerer\u201c. Schon Ende 1935 bestand die Absicht, die Stelle des Baritons dauerhaft mit dem Pseudonym \u201eWalther\u201c zu versehen, um bei einem kurzfristigen Besetzungswechsel nach au\u00dfen den Anschein von Stabilit\u00e4t im Ensemble zu wahren. M\u00f6glicherweise wollten die Gesellschafter neue Mitglieder nie l\u00e4nger als 3 Jahre besch\u00e4ftigen, das Publikum sollte aber den Wechsel nicht bemerken.<br \/>\nEinen am 31. M\u00e4rz 1936 vorgelegten neuen Vertrag mit dem Meistersextett mochten weder Walther Blanke noch Richard Sengeleitner unterschreiben. Zun\u00e4chst hatten sie Bibertis Vertragsentwurf der Reichsmusikkammer vorgelegt, die am 9. April 1936 konstatierte, dass dieser Vertrag dem \u201eGesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit\u201c nicht gerecht werde. Die RMK lieferte daraufhin sogar einen eigenen Vertragsentwurf. Offenbar war auch dieser Versuch fruchtlos, denn Blanke und Sengeleitner erhielten unmittelbar darauf ihre K\u00fcndigung zum 30. Juni 1936. Wegen noch nicht gezahlter Geh\u00e4lter f\u00fcr Mai und Juni 1936 klagten Blanke und Sengeleitner gemeinsam vor dem Arbeitsgericht Berlin gegen das Meistersextett. Die Klage wurde in einer Verhandlung am 24. Juni 1936 im Beisein von Fred Kassen als Vertreter von Biberti abgewiesen, da die den beiden gezahlten Betr\u00e4ge w\u00e4hrend der Probezeit 1935 von Biberti als Vorsch\u00fcsse betrachtet und mit den Gagen ab Beginn der Auftritte verrechnet wurden, was offenbar den Klauseln des am 13. November 1935 ge\u00e4nderten Angestelltenvertrages entsprach. Die Stelle des Baritons beim Meistersextett wurde ab August 1936 mit Herbert Imlau besetzt.<br \/>\nAm 26. September 1935 heiratete Walther Blanke in Berlin-Wilmersdorf seine Frau Gertrud. Beide wohnten ab 1936 in der Kantstra\u00dfe 50 in Berlin-Charlottenburg. Als Schauspieler wirkte Blanke in diesem Jahr unter anderem in dem UFA-Film \u201eDas Hofkonzert\u201c mit Martha Eggert und Johannes Heesters mit, au\u00dferdem war er Synchronsprecher verschiedener Paramount-Produktionen. In den folgenden Jahren und auch w\u00e4hrend des Krieges war er \u00fcberwiegend als Kleindarsteller bei verschiedenen Filmproduktionsfirmen engagiert, so bei der UFA (1937 \u201eCapriolen\u201d und \u201eDer Gasmann\u201c, 1940 \u201eWunschkonzert\u201c und \u201eM\u00e4nnerwirtschaft\u201c), 1937 bei der Minerva-Tonfilm (\u201eHeimweh\u201c), 1939 bei der Bavaria (\u201eFasching\u201c) und bei der Louis-Trenker-Produktion (\u201eFeuerteufel\u201c), ab 1941 bei der Tobis (\u201eOhm Kr\u00fcger\u201c, \u201eDer gro\u00dfe K\u00f6nig\u201c) und bei der Cine-Allianz (\u201eAm Abend auf der Heide\u201c).<br \/>\nWalther Blanke war Mitglied der Fachschaft Film der Reichskulturkammer. Seine 1936 geborene Tochter Ingrid erschien 1939 als Kinderdarstellerin. Im Jahr 1940 verlegte Blanke seinen Wohnsitz nach Glienicke bei Berlin, Viktoriastra\u00dfe 5.<br \/>\nNach dem Krieg zog Walther Blanke mit seiner Familie zur\u00fcck nach Berlin, diesmal nach Hermsdorf in die Olafstra\u00dfe 15. Wahrscheinlich war er kurzzeitig am Nationaltheater in Weimar t\u00e4tig. In dieser Zeit nahm Biberti wieder Kontakt mit ihm auf, um auch ihn f\u00fcr seine Bestrebungen gegen Fred Kassen zu instrumentalisieren.<br \/>\nSeit den fr\u00fchen 50er Jahren betrieb Walther Blanke in Berlin-Friedenau, S\u00fcdwestkorso 21, und sp\u00e4ter in der nahe gelegenen Deidesheimer Stra\u00dfe 5 ein Gesangsstudio. Parallel dazu unterhielt er auch ein Gesangsstudio unter verschiedenen Adressen in Hamburg, zuletzt in der Schr\u00f6derstiftstra\u00dfe 31. Neben der Ausbildung von S\u00e4ngern organisierte er Gesangsabende mit seinen Sch\u00fclern, so im Brahms-Saal der Musikhalle in Hamburg und an der Musikhochschule Berlin. Dabei wurden u. a Arien und Ensembles aus Opern wie \u201eDie Hochzeit des Figaro\u201c, \u201eFidelio\u201c und \u201eMartha\u201c aufgef\u00fchrt.<br \/>\nIm Mai 1951 entstanden in Berlin Gesangsaufnahmen von Werken von Albert Lortzing mit dem Gro\u00dfen Orchester des Berliner Rundfunks, so aus der Oper \u201eRegina\u201c, wo Walther Blanke in einer Arie und einem Duett als Stephan zu h\u00f6ren ist. Zudem wurde das Singspiel \u201eDer Pole und sein Kind\u201c komplett aufgenommen, ferner die Lortzing-Lieder \u201eDorfhammer\u201c, \u201eT\u00fcrmerlied\u201c aus \u201eFaust II\u201c und \u201eSt\u00e4ndchen\u201c sowie von Pierre-Jean de B\u00e9ranger \u201eMein Rock\u201c. \u00dcberliefert sind auch Aufnahmen von \u201eSchlummre ruhig\u201c aus \u201eEin Maskenball\u201c von Giuseppe Verdi. In einer Fernsehaufzeichnung vom 9. Dezember 1953 ist Walther Blanke als Marquis von Obisius in Verdis Oper \u201eLa Traviata\u201c zu sehen.<br \/>\nAls Schauspieler und S\u00e4nger zeigte er bis Anfang der 1970er Jahre ein breites, auch kom\u00f6diantisches Spektrum. Er gab verschiedene Bariton-Rollen, unter anderem den Zaren in Albert Lortzings Oper \u201eZar und Zimmermann\u201c, den Scarpia aus \u201eTosca\u201c von Puccini und den Barbier von Sevilla aus der gleichnamigen Oper von Rossini und sang eine Rolle in \u201eDie heimliche Ehe\u201c von Cimarosa.<br \/>\nWalther Blanke starb am 26. M\u00e4rz 1986 in Hamburg. Seine erste Ehe hatte nur kurz gedauert, Ehefrau Gertrud starb am 21. Februar 1991 in Bonn. Die mehr als 25- j\u00e4hrige Ehe mit seiner zweiten Ehefrau Marie Luise blieb kinderlos.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<p style=\"text-align: center;\">Unter Verwendung von Nachl\u00e4ssen und <a href=\"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=30\" title=\"Literatur\"><strong>publizierten Quellen<\/strong><\/a>, mit ausdr\u00fccklichem Dank an Herrn Peter Woidelko, Weissach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Broody &nbsp; Franz Carl Walther BLANKE (sp\u00e4ter meist: Walter Blanke) * 18.4.1902 in Hamburg \u2020 26.3.1986 in Hamburg &nbsp; Walther Blanke wurde am 18. 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