{"id":786,"date":"2014-04-28T01:22:44","date_gmt":"2014-04-27T23:22:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=786"},"modified":"2015-09-17T11:24:33","modified_gmt":"2015-09-17T09:24:33","slug":"herbert-imlau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=786","title":{"rendered":"Herbert Imlau"},"content":{"rendered":"<p><strong>von Broody<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\">Herbert IMLAU<\/h5>\n<\/p>\n<p><b>* 8.10.1904 in Deutsch Eylau<br \/>\n\u2020 23.10.1983 in Bergisch-Gladbach<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nHerbert Imlau wurde am 8. Oktober 1904 in der damals ostpreu\u00dfischen Kreisstadt Deutsch Eylau (heute I\u0142awa, Polen) geboren. Er wuchs in Halle an der Saale auf und besuchte dort die Schule der christlich gepr\u00e4gten \u201eFranckeschen Stiftungen\u201c. Danach absolvierte er zun\u00e4chst eine Lehre zum Bankkaufmann, dann eine klassische Gesangsausbildung.<br \/>\nAb Anfang 1934 sang Herbert Imlau als Bariton bei den Humoresk Melodios und wirkte mit dieser Gruppe auch in dem Film \u201eFreut Euch des Lebens\u201c mit, schied aber nach einem Streit im Fr\u00fchjahr 1934 aus. Noch im selben Jahr war er an der Gr\u00fcndung der Spree-Revellers beteiligt, zu denen neben ihm als Bariton auch Gerhard Herrmann (Tenor), Bernhard Wehlan (Bass) und Albert Schmitz (Klavier) sowie ein weiteres, unbekanntes Mitglied geh\u00f6rten. Ab Ende 1935 kam Rudi Schuricke als Tenor, ab Anfang 1936 Werner Doege als Pianist dazu. Herbert Imlau war inzwischen unter der Mitglieds-Nummer 7300 Mitglied der Fachschaft Artistik der Reichsmusikkammer geworden.<br \/>\nAb dem 10. August 1936 war Herbert Imlau als Bariton Mitglied des Meistersextetts. Als Nachfolger von Walter Blanke geh\u00f6rte er neben Alfred Grunert zur zweiten Besetzung des Ensembles. Er wohnte zu dieser Zeit in der Kolonnenstra\u00dfe 2 in Berlin-Sch\u00f6neberg. In den ersten drei Monaten erhielt er ein Festgehalt von 500 Reichsmark brutto plus Spesen, ab Dezember 1936 dann 610 RM. Inzwischen war er in die Winterfeldstra\u00dfe 33 in Berlin-Sch\u00f6neberg umgezogen. Herbert Imlau brachte umfangreiche Erfahrungen aus seiner fr\u00fcheren T\u00e4tigkeit in anderen Vokalgruppen mit und passte sich mit seiner runden, tragenden Baritonstimme hervorragend ins Ensemble ein. Gemeinsam mit dem Meistersextett wirkte er in den Spielfilmen \u201eDie un-erh\u00f6rte Frau\u201c (1936), \u201eUnd Du mein Schatz f\u00e4hrst mit\u201c und \u201eFremdenheim Filoda\u201c (1937) mit, au\u00dferdem hat er im selben Jahr in dem UFA-Film \u201eKleiner Mann ganz gro\u00df\u201c mit Victor de Kowa und Gusti Huber mitgespielt. Ab dem 1. September 1938 verdiente er monatlich 700 RM, nachdem er, Kassen und Grunert sich gegen\u00fcber Robert Biberti f\u00fcr eine Gehaltserh\u00f6hung stark gemacht hatten. Ab 1938 wohnte Herbert Imlau in der Habsburger Stra\u00dfe 6 in Berlin-Sch\u00f6neberg. Im selben Jahr lernte er seine sp\u00e4tere Ehefrau Eva Gericke aus Berlin kennen, mit der er sich am 18. Mai 1939 verlobte. Wenige Tage sp\u00e4ter unterzeichnete er zusammen mit Fred Kassen, Ari Leschnikoff und Rudolf Zeller eine geheime Vereinbarung, die auf eine Neugr\u00fcndung des Meistersextetts ab Herbst 1939 abzielte. Doch mit der zwangsweisen Stilllegung des Meistersextetts erhielt auch Herbert Imlau am 9. September 1939 eine K\u00fcndigung. Sp\u00e4ter warf Biberti ihm vor, sich in den Auseinandersetzungen mit Kassen und Leschnikoff im Fr\u00fchjahr 1939 neutral verhalten zu haben. Herbert Imlau kehrte noch im Dezember 1939 in sein fr\u00fcheres Ensemble Spree-Revellers zur\u00fcck, dass sich inzwischen in 5 Melodisten umbenannt hatte, und startete in Fallersleben eine Tournee. Die Gruppe bestand ferner aus Werner Preu\u00df, Friedrich Mietzner, Bernhard Wehlan und Gerd Elstermann. Berichtet wird, dass sich Herbert Imlau im Mai 1940 auf eine Annonce von Bruno Seidler-Winkler beworben haben soll, mit der dieser ohne Nennung des Namens neue S\u00e4nger f\u00fcr das Meistersextett suchte. Nachdem Imlau bemerkte, wer da nach neuen Stimmen sucht, soll er seine Bewerbung erbost zur\u00fcckgezogen haben. Mehrere direkte Anfragen von Biberti im Jahr 1940 lehnte Imlau jedenfalls mit der Begr\u00fcndung ab, dass er inzwischen ein eigenes Ensemble leite. Doch die 5 Melodisten l\u00f6sten sich Ende Mai 1940 auf, da einige Mitglieder zum 1. Juni zum Wehrdienst eingezogen wurden. Herbert Imlau erhielt bei der Wehrmacht aufgrund seiner Vorbildung eine Ausbildung zum Zahlmeister. 1941 heiratete er Eva Gericke und beide zogen gemeinsam in die Waitzstra\u00dfe 16 in Berlin-Charlottenburg, nahe dem Kurf\u00fcrstendamm. Am 11. Dezember 1942 wurde in Berlin ihre Tochter Margrit geboren. Herbert Imlau machte den Russlandfeldzug mit und war ab Sommer 1944 in Italien stationiert. Dort geriet er im Mai 1945 in englische Kriegsgefangenschaft und wurde am 14. August 1945 entlassen.<br \/>\nHerbert Imlau ging zun\u00e4chst nach Braunschweig, wohin seine Frau mit der Tochter vor den Bombenangriffen auf Berlin geflohen war. Die Wohnung in Berlin war ausgebombt. Er gr\u00fcndete noch Ende 1945 das Comedien-Quartett, bestehend aus Alexander Kutterla (Erster Tenor), Kurt Stephan (Zweiter Tenor), Herbert Imlau (Bariton) und Rudolf Bilski (Bass). Die Namensgebung f\u00fcr das Quartett brachte ihm zun\u00e4chst einen Plagiatsvorwurf von Biberti ein, der s\u00e4mtliche Neugr\u00fcndungen im Stil der Comedian Harmonists argw\u00f6hnisch verfolgte, ohne selbst k\u00fcnstlerisch aktiv zu werden. Herbert Imlau trat mit seiner Gruppe in den 1950er Jahren in ganz Deutschland auf, auch unter dem Namen Musikanten-Quartett und weiteren Pseudonymen, daneben hatte die Gruppe viele Rundfunkauftritte beim NWDR in K\u00f6ln und machte zahlreiche Schallplattenaufnahmen eigener Titel und als Begleitung seinerzeit namhafter K\u00fcnstler wie Ren\u00e9 Carol, Lonny Kellner oder Jupp Schmitz. Ab Mitte der 1950er Jahre trat Herbert Imlau mit dem Comedien-Quartett auch als Hula Hawaiian Quartett in Erscheinung, das Titel im damals modernen S\u00fcdsee-Sound auf Schallplatten aufnahm, \u00fcberwiegend f\u00fcr die Firmen Polydor und Decca. Mit Titeln wie \u201eDie Perle auf dem Meeresgrund\u201c schaffte es das Quartett 1955 sogar unter die besten zehn Titel der deutschen Hitparade. Kurz darauf erschien das Herbert-Imlau-Quartett auf B\u00fchnen und Schallplatten, das wiederum mit der aktuellen Besetzung des Comedien-Quartett identisch war. Die Gruppe machte einige Plattenaufnahmen mit Simon Krapp und seinem Orchester, \u00fcberwiegend f\u00fcr die Firma Odeon. Die Mitglieder des Comedien-Quartett traten zusammen mit den Damen des Sunshine Quartett bzw. mit den Moonlights auch als Die sieben Raben auf. Ab November 1956 lief ihr Titel \u201eSmoky\u201c acht Wochen lang auf Platz eins der deutschen Hitparade. 1957 wirkte das Comedien-Quartett zusammen mit den Sch\u00f6neberger S\u00e4ngerknaben, den Moonlights und den Orchestern Erwin Lehn und Kurt Edelhagen in dem Musikfilm \u201eLiebe, Jazz und \u00dcbermut\u201c unter der Regie von Erik Ode mit, in dem Darsteller wie Peter Alexander, Bibi Johns, Rudolf Platte, Grethe Weiser und Roland Kaiser zu sehen waren. Etwa ab 1957 erschienen mehrere Titel der Ponny Boys, einem weiteren Pseudonym des Comedien-Quartett unter der Leitung von Herbert Imlau, auf Polydor. Weitere Pseudonyme der von ihm geleiteten Gesangsgruppen waren Die Leonardos und Die Argentinos, vermutlich auch Die Jonnys. Zusammen mit Erich Werner bildete Herbert Imlau den Eric-Herbert-Chor. Insgesamt d\u00fcrfte die Zahl der Nachkriegsaufnahmen mit seiner Beteiligung bei \u00fcber 200 liegen.<br \/>\nFamilie Imlau lebte seit Fr\u00fchjahr 1958 in einem eigenen Haus in Refrath bei K\u00f6ln. Nach dem Erscheinen einer Artikelserie \u00fcber die Comedian Harmonists in der Illustrierten \u201eConstanze\u201c im selben Jahr nahm Herbert Imlau Kontakt zu dem \u201ewiederentdeckten\u201c Ari Leschnikoff auf, mit dem er immerhin drei Jahre lang zusammen beim Meistersextett war. Imlau bem\u00fchte sich nach Kr\u00e4ften, die materielle Not Leschnikoffs zu lindern und veranlasste die Electrola, einige inzwischen wiederver\u00f6ffentlichte Schallplatten der Comedian Harmonists an Leschnikoff zu schicken. Bez\u00fcglich etwaiger Schallplatten-Tantiemen seit 1939 versuchte er, Leschnikoff an Biberti zu vermitteln, was aber an Bibertis grunds\u00e4tzlicher Weigerung scheiterte, mit Leschnikoff Kontakt aufzunehmen. Somit verhallte auch Imlaus Vorschlag, das Meistersextett in der Original-Besetzung von 1936 bis 1939 noch einmal auftreten zu lassen.<br \/>\nDie Mitwirkung von Herbert Imlau an der Fernsehproduktion \u201eWer einmal aus dem Blechnapf frisst\u201c nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada (Erstausstrahlung Mai 1962) konnte bislang nicht belegt werden.<br \/>\nInzwischen begann Herbert Imlaus Tochter Margrit 1959 eine eigene Schlagerkarriere mit zahlreichen Plattenaufnahmen und z\u00e4hlte neben S\u00e4ngerinnen wie Conny Froboess, Heidi Br\u00fchl und Gaby King zu den deutschen Teenager-Stars der 1960er Jahre. Sie spielte auch in dem Film \u201eSalem Aleikum\u201c mit Peter Alexander und sang dort \u201eEin kleines Haus am blauen See\u201c. Imlaus Sohn Horst war Kameramann beim Westdeutschen Rundfunk.<br \/>\nTrotz fr\u00fcherer Meinungsverschiedenheiten pflegte Herbert Imlau bis in die 70er Jahre einen freundschaftlichen postalischen Kontakt mit Robert Biberti, der Familie Imlau auch mindestens einmal in Refrath besucht hatte. Herbert Imlau galt als leidenschaftlicher Schwimmer und Leichtathlet und war bis 1964 noch k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig. Danach arbeitete er wie auch seine Frau Eva bei der Filiale des \u201eK\u00f6lner Stadtanzeigers\u201c in Bergisch-Gladbach, wo beide im Alten Tra\u00dfweg 6 wohnten. 1979 erlitt er einen Schlaganfall und blieb rechtsseitig gel\u00e4hmt. Am 23. Oktober 1983 erlag Herbert Imlau in seinem Wohnort Bergisch-Gladbach einem Krebsleiden. Er hinterlie\u00df seine Frau Eva, die am 13. Januar 2009 starb, sowie seine beiden Kinder und drei Enkel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"center\" size=\"2\" width=\"100%\">\n<p style=\"text-align: center;\">Unter Verwendung von Nachl\u00e4ssen und <a href=\"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=30\" title=\"Literatur\"><strong>publizierten Quellen<\/strong><\/a>,<br \/>\nmit herzlichem Dank an Josef Westner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zu den zahlreichen Aufnahmen siehe auch <a href=\"http:\/\/grammophon-platten.de\/\" title=\"Grammophon Platten\" target=\"_blank\"><strong>Deutsches Grammophon und Schellackplatten Portal<\/strong><\/a><br \/>\nund <a href=\"http:\/\/www.rocknroll-schallplatten-forum.de\/\" title=\"Rock'n'Roll-Schallplatten-Forum\" target=\"_blank\"><strong>Rock&#8217;n&#8217;Roll-Schallplatten-Forum<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Broody &nbsp; Herbert IMLAU * 8.10.1904 in Deutsch Eylau \u2020 23.10.1983 in Bergisch-Gladbach &nbsp; Herbert Imlau wurde am 8. 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