{"id":807,"date":"2014-05-19T20:23:24","date_gmt":"2014-05-19T18:23:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=807"},"modified":"2021-11-08T17:57:41","modified_gmt":"2021-11-08T15:57:41","slug":"weitere-mitglieder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=807","title":{"rendered":"weitere Mitglieder"},"content":{"rendered":"<p><strong>von Broody<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"50%\">\n<ul>\n\u2192 <a href=\"#COSTE\"><strong>Zeno Coste<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#GORGES\"><strong>Walter Gorges<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#HERMANN\"><strong>Willy Hermann<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#KEREKES\"><strong>J\u00e1nos Kerekes<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#KRENN\"><strong>Anton Krenn<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#MUCHOW\"><strong>Siegfried Muchow<\/strong><\/a><\/ul>\n<\/td>\n<td width=\"50%\">\n<ul>\n\u2192 <a href=\"#SACHSE\"><strong>Erwin Sachse-Steuernagel<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#SCHROEDER\"><strong>G\u00fcnter Schroeder<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#SEIDLER\"><strong>Bruno Seidler-Winkler<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#TAVERNE\"><strong>Bernhard Taverne<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#VOSMENDES\"><strong>Willy Vosmendes<\/strong><\/a><br \/>\n\u2192 <a href=\"#GRAFE\"><strong>Dr. Hanns-Adolf Grafe<\/strong><\/a><\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"COSTE\"><\/a>Zeno COSTE<\/p>\n<\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\">(eigtl. Zeno Costa)<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 30.5.1907 in Ciacova (Rum\u00e4nien)<br \/>\n\u2020 1985 in Timisoara (Rum\u00e4nien)<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nZeno Coste wurde am 30. Mai 1907 in Ciacova in Rum\u00e4nien als Sohn des Rechtsanwalts Iuliu Coste und dessen Frau Zoe geboren. Er hatte einen Bruder und zwei Schwestern. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Budapest und Timisoara ging Coste nach Berlin und studierte an der Technischen Hochschule. In seiner Heimat und in Berlin bet\u00e4tigte er sich erfolgreich als Leichtathlet. Danach begann Coste eine Ausbildung als lyrischer Operntenor bei von Plenzdorf in Berlin sowie bei Giuseppe Borgatti in Mailand. Aus den fr\u00fchern 30er Jahren sind mehrere Schallplattenaufnahmen auf rum\u00e4nisch als Zeno Coste f\u00fcr das Label Columbia bekannt, die er auf Rum\u00e4nisch einsang. Unter seinem K\u00fcnstlernamen Zeno Costa war er seit 1932 eines der Gr\u00fcndungsmitglieder der Kardosch-S\u00e4nger, die auch Aufnahmen als \u201eSinging Jokers\u201c oder \u201eDie Idealisten\u201c herausbrachten. 1932 gab er mit der Gruppe \u201eDie Parkers\u201c einen Bars\u00e4nger in dem Film \u201eMelodie der Liebe\u201c und nahm mit der Gruppe einige Platten auf, mit den Kardosch-S\u00e4ngern wirkte er in den Filmen \u201eRoman einer Nacht\u201c (1932), \u201eGl\u00fcckliche Reise\u201c, \u201eKeinen Tag ohne Dich!\u201c und \u201eTausend f\u00fcr eine Nacht\u201c (1933) mit. Zeno Coste geh\u00f6rte unter der Mitglieds-Nummer 8135 zur Fachschaft Film in der Reichskulturkammer. 1935 heiratete er in Berlin Helene Anna Kryszewska. Im selben Jahr war er an dem Kurzfilm \u201eUnter vier Augen\u201c beteiligt. Daneben wirkte er als B\u00fchnenschauspieler, so war er von Dezember 1935 bis Februar 1936 in Berlin am Theater des Volkes engagiert. Zwischen August und Oktober 1936 besch\u00e4ftigte ihn das Meistersextett mehrfach als Interims-Tenor f\u00fcr Plattenaufnahmen, nachdem Walter Blanke und Richard Sengeleitner aus dem Ensemble ausgeschieden waren. Dadurch war Costa an den Aufnahmen \u201eIn Mexiko\u201c, \u201eIch wollt&#8216; ich w\u00e4r ein Huhn\u201c, \u201eJa der Ozean ist gro\u00df\u201c, \u201eSchreit alle Hurra\u201c, \u201eDer Piccolino\u201c und \u201eHand in Hand\u201c beteiligt. Daf\u00fcr erhielt er inklusive der vorangehenden Proben ein Honorar von jeweils 50 RM f\u00fcr zwei aufgenommene Titel. Au\u00dferdem wurde er an zwei Tagen im September 1936 f\u00fcr die Aufnahmen des Meistersextetts engagiert, die in dem Film \u201eUnd Du mein Schatz f\u00e4hrst mit\u201c zu h\u00f6ren sind. Er wohnte in Berlin-Halensee, Westf\u00e4lische Str. 58. Nach ihm \u00fcbernahm Alfred Grunert Ende 1936 den Part als zweiter Tenor beim Meistersextett.<br \/>\nZeno Costa war wohl noch einige Zeit als Chors\u00e4nger an der Oper und als Refrains\u00e4nger f\u00fcr Tanzorchester t\u00e4tig. 1937 wirkte er in dem Zarah-Leander-Film \u201eLa Habanera\u201c mit, au\u00dferdem gibt es vom M\u00e4rz desselben Jahres eine Plattenaufnahme des Titels \u201eZwischen gr\u00fcnen Bergen steht ein kleines Haus\u201c mit dem Orchester Erhard Bauschke, die er unter dem Namen Zeno Coste machte. Im selben Jahr wurde seine Tochter Alexandra geboren. 1938 kehrte er in seine Heimat Rum\u00e4nien zur\u00fcck und arbeitete als Bauingenieur in Bukarest, wo im selben Jahr sein Sohn Mihai geboren wurde. Nebenbei bet\u00e4tigte er sich weiter als S\u00e4nger von Opernarien und im Rundfunk. 1943 wurde seine Tochter Ileana geboren. Bei Kriegsende lebte Coste mit seiner Familie in Timisoara. Weiter auch solistisch t\u00e4tig, starb Zeno Coste 1985 in Timisoara.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"GORGES\"><\/a>Walter GORGES<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 17.7.1904 in Mannheim<br \/>\n\u2020 7.12.1949 in Berlin<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nWalter Gorges war ab 1935 als Tenor unter den gleichen Bedingungen verpflichtet wie die \u00fcbrigen Mitglieder des Meistersextetts, wahrscheinlich sollte er die Stelle von Harry Frommermann \u00fcbernehmen. Er hat an den Proben im Sommer 1935 teilgenommen, wurde aber vorzeitig entlassen und vermutlich von Fred Kassen ersetzt. Der Grund daf\u00fcr sollen Stimmprobleme gewesen sein, die Gorges nach einer vorangegangenen Nieren-Operation hatte. Seine Klage auf Schadensersatz vor dem Arbeitsgericht Berlin im November 1935 endete mit einem Vergleich.<br \/>\nGorges war Mitglied der Reichsmusikkammer, Fachschaft Unterhaltungsmusik, und bezeichnete sich selbst als Musiker und S\u00e4nger und auch als Schriftsteller. Er war verheiratet und lebte in der D\u00fcsseldorfer Stra\u00dfe 7 in Berlin-Wilmersdorf. Vor seiner Zeit beim Meistersextett war er beim Rundfunk besch\u00e4ftigt und machte Schallplattenaufnahmen. Sp\u00e4ter bet\u00e4tigte er sich als Textdichter, so f\u00fcr die Titel \u201eAm Kamin\u201c, \u201eWarum denn immer Argentinien?\u201c und \u201eHeut\u2019 hab\u2019 ich das gro\u00dfe Los gewonnen\u201c. Walter Gorges lebte nach Kriegsende in Berlin-Wannsee, K\u00f6nigstra\u00dfe 38. Mit seiner Ehefrau Brunhilde hatte er zwei Kinder. Walter Gorges starb am 7. Dezember 1949 in Berlin.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"HERMANN\"><\/a>Willy HERMANN<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 3.7.1901 in Rheinsberg<br \/>\n\u2020 27.8.1980 in Berlin<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer am 3. Juli 1901 in Rheinsberg geborene Willy Hermann war von Ende 1940 bis etwa Februar 1941 der Pianist des Meistersextetts in der Besetzung mit Alfred Grunert (Tenor), Willy Vosmendes (Tenor), Erwin Sachse-Steuernagel (Tenor), Bernard Taverne (Bariton) und Robert Biberti (Bass). Mit dieser letzten Besetzung des Ensembles absolvierte er knapp 20 Konzerte. Schallplattenaufnahmen fanden in dieser Besetzung nicht mehr statt. Im Januar best\u00e4tigte Biberti ihm ebenso wie Grunert, Vosmendes und Taverne schriftlich, dass sie bis zum 30. Juni 1941 beim Meistersextett engagiert sind. Dennoch f\u00fchrte die Einberufung Hermanns zur Wehrmacht im Februar 1941 zum Abbruch der \u00fcberwiegend f\u00fcr die Organisation \u201eKraft durch Freude\u201c veranstalteten Konzerte. Zwar gelang es Robert Biberti im Fr\u00fchsommer 1941, Willy Hermann f\u00fcr weitere Wehmachtskonzerte \u201euk\u201c stellen zu lassen, doch verhinderten die dauernden Personalprobleme, insbesondere die Einziehung von Erwin Sachse-Steuernagel, sp\u00e4ter von G\u00fcnter Schroeder und Anton Krenn, ein weiteres Auftreten. Willy Hermann war danach wie viele andere K\u00fcnstler in der Truppenbetreuung besch\u00e4ftigt. Nach dem Krieg lebte er in der Oderberger Stra\u00dfe 6 im Ostteil von Berlin und hatte sporadischen Briefkontakt mit Biberti. \u00dcber sein weiteres Leben und sein berufliches Schaffen ist nichts bekannt. Willy Hermann starb am 27. August 1980 in Berlin.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"KEREKES\"><\/a>J\u00e1nos KEREKES<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 18.4.1913 in Budapest<br \/>\n\u2020 16.9.1996 in Budapest<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer S\u00e4nger, Komponist und Pianist J\u00e1nos Kerekes (auch: Hans Kerekes) studierte bereits w\u00e4hrend seiner Schulzeit Kompositionslehre an der Budapester Musikakademie bei L\u00e9o Weiner. Von 1931 bis 1933 war er Student an der Hochschule f\u00fcr Musik in Berlin, wo er u. a. eine Ausbildung im Dirigieren bei Julius Pr\u00fcwer erhielt. Das Angebot, 1934 Stellvertreter des musikalischen Direktors von Radio Moskau,  Gyo\u0308rgy Sebestye\u0301n zu werden, lehnte er ab.<br \/>\nEr war ab 28. Juni 1935 bis Ende November mit einem Monatsgehalt von 500 Mark fest angestelltes Mitglied des Meistersextetts, wobei die Gruppe im Vertrag noch unter \u201eComedian Harmonists\u201c firmierte. Laut einer Zusatzvereinbarung sollte er als Pianist bzw. musikalischer Arrangeur und Korrepetitor t\u00e4tig werden. Dies wohl vor allem, um Erwin Bootz zu entlasten. M\u00f6glicherweise wirkte Kerekes auch als Pianist bei Schallplattenaufnahmen mit. Vermutet wird dies f\u00fcr die Aufnahmen von \u201eWenn wir beide Hochzeit machen\u201c und \u201eJeden Tag, jede Nacht\u201c am 8. November 1935. J\u00e1nos Kerekes war Mitglied der Reichsmusikkammer und lebte bis Ende 1935 in der Sybelstra\u00dfe 68 in Berlin-Charlottenburg. Aus unbekannten Gr\u00fcnden wurde der Vertrag zwischen ihm und dem Meistersextett zum 30. November 1935 im beiderseitigen Einvernehmen aufgel\u00f6st.<br \/>\nUnmittelbar danach kehrte Kerekes nach Budapest zur\u00fcck. Ab Anfang 1936 vom Budapester Opernhaus zun\u00e4chst als Korrepetitor ohne Bezahlung angestellt, wurde er sp\u00e4ter bis 1981 dessen Dirigent. Unter seinem Dirigat sangen Weltstars wie Placido Domingo. Nach dem Krieg war Kerekes au\u00dferdem erfolgreicher Komponist, u. a. von Operetten (\u201eSchwert und Liebe\u201c), Singspielen und symphonischer Unterhaltungsmusik. Er dirigierte mehr als f\u00fcnfzig Werke mit \u00fcber 1200 Auff\u00fchrungen. Au\u00dferdem komponierte er Filmmusik (1951: \u201eFrau Dery, Ein Leben f\u00fcr die Kunst\u201c, 1952: \u201eWestzone\u201c, 1953: \u201e\u00c0llami \u00c0ruh\u00e1z\u201c (\u201eDas Kaufhaus\u201c), 1954: \u201eAmi meg\u00e9rthetetien\u201c, 1955: \u201eB\u00f6ske\u201c). Als Komponist, Dirigent und musikalischer Berater wirkte er an den Filmen \u201eKod\u00e1ly Zolt\u00e1n: H\u00e1ry Janos\u201c (1962), \u201eIr\u00e1ny Mexic\u00f3\u201c (1968), \u201eHoppla, hier bin ich\u201c (1968) und \u201eH\u00e1zasodj, Ausztria!\u201c (1970) mit.<br \/>\nNeben seiner T\u00e4tigkeit als Dirigent des Ungarischen Rundfunk- und Fernseh-Sinfonieorchesters und des Orchesters der Staatsoper Budapest leitete er ab 1952 die S\u00e4ngergruppe des Kunstensembles \u201eHonved\u201c der ungarischen Streitkr\u00e4fte und danach bis 1957 dessen Sinfonieorchester. Von 1957 bis 1976 war Kerekes Leiter der Abteilung f\u00fcr klassische Musik des ungarischen Fernsehens. In den 60er und 70er Jahren absolvierte er Gastauftritte als Tenor an der New York City Opera, der Metropolitain Opera, der Mail\u00e4nder Scala und dem Hamburger Opernhaus. Daneben dirigierte er in seiner Heimat f\u00fcr Plattenaufnahmen. Ab M\u00e4rz 1971 war Janos Kerekes Pr\u00e4sident der ungarischen Musikergewerkschaft und Vizepr\u00e4sident der Vereinigung der K\u00fcnstlergewerkschaften.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"KRENN\"><\/a>Anton KRENN<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 27.2.1909 in Wien<br \/>\n\u2020 31.10.1997 in Wels (\u00d6sterreich)<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nAnton Krenn ersetzte ab Mitte Januar 1941 den kurzfristig zur Wehrmacht einberufenen Erwin Sachse-Steuernagel. Vorsorglich hatte Robert Biberti im Februar 1941 beim Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda die \u201euk\u201c-Stellung von Krenn beantragt. Vermutlich hat dieser aber nur zwei Wochen mit dem Meistersextett auf der B\u00fchne gestanden, denn ab Februar 1941 fanden nach der Einberufung von Willy Hermann zur Wehrmacht keine Konzerte mehr statt. Im Februar und M\u00e4rz 1941 war Krenn noch an Proben beteiligt. Zu dieser Zeit wohnte er zur Untermiete in Berlin-Charlottenburg, Kaiser-Friedrich-Str. 8a. Ende April 1941 richtete Biberti ein Gesuch an die Organisation \u201eKraft durch Freude\u201c, man m\u00f6ge sich f\u00fcr die Freistellung von Anton Krenn von der Wehrmacht einsetzen, um die Durchf\u00fchrung von Wehrmachtsveranstaltungen in Norwegen in der Zeit vom 1.5. bis 31.7.1941 zu erm\u00f6glichen. Ungeachtet dessen wurde Krenn im Mai 1941 zur Wehrmacht eingezogen, s\u00e4mtliche weiteren Interventionen Bibertis waren vergeblich. W\u00e4hrend eines Fronteinsatzes wurde Anton Krenn verwundet und verbrachte 10 Wochen in einem Lazarett in Norwegen. Als er zur Genesung nach Berlin zur\u00fcckkehrte, hatte sich das Meistersextett bereits endg\u00fcltig aufgel\u00f6st. Krenn kehrte sp\u00e4ter in seine Heimatstadt Wien zur\u00fcck und wohnte dort in der Veithgasse 9. K\u00fcnstlerisch war er vermutlich nicht mehr t\u00e4tig, stattdessen betrieb er ein Antiquit\u00e4tengesch\u00e4ft am Kohlmarkt. Zeitlebens war er mit dem in Wien lebenden Willy Vosmendes eng verbunden. Nach seinem Tod wurde Krenn in demselben Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt, in dem 40 Jahre zuvor Vosmendes und knapp zwei Jahre zuvor seine j\u00fcngere Schwester Katharina (\u201eK\u00e4the\u201c) bestattet worden waren.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"MUCHOW\"><\/a>Siegfried Hermann August Otto MUCHOW<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 25.9.1906 in Berlin<br \/>\n\u2020 28.10.1991 Alfaz del Pi (Spanien)<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nSiegfried Muchow war der Sohn des Musiklehrers August Karl Hermann Muchow und seiner Frau Hedwig Louise, geborene Schild, aus Berlin-Sch\u00f6neberg. Er hatte bereits eine Karriere als Solist und Orchesterleiter hinter sich, als er zum Meistersextett stie\u00df. Unter anderem war er Kapellmeister am gro\u00dfen Schauspielhaus in Berlin, ab April 1931 bis 1932 Pianist an der Scala, Kapellmeister bei der UFA und ab Juli 1933 Dirigent des Scala-Orchesters. Etwa ab 1939 begleitete Muchow als Orchesterleiter mindestens 16 Soloaufnahmen von Ari Leschnikoff in Berlin, die dann in Bulgarien auf dem Label \u201eMikrophon\u201c ver\u00f6ffentlicht wurden. Au\u00dferdem hatte er bereits Anfang 1939 den Titel \u201eJetzt oder nie\u201c f\u00fcr das Meistersextett komponiert. Nach dem Ausscheiden von Erwin Bootz \u00fcbernahm Muchow ab Ende 1939 im Zusammenwirken mit Bruno Seidler-Winkler die Klavierbegleitung bei Proben des Meistersextetts und beim Vorsingen neuer Mitglieder. Er wohnte zu dieser Zeit in Berlin-Sch\u00f6neberg, Wartburgstra\u00dfe 38.<br \/>\nMuchow arrangierte bereits ab Mitte 1938 mehrere Titel f\u00fcr das Meistersextett: \u201eAmapola\u201c, \u201eDonkey Serenade\u201c, \u201eO ich glaub ich hab mich verliebt\u201c, \u201eHolla, Lady\u201c und \u201eBel Ami\u201c. Er hatte nun auch die Durchf\u00fchrung der Proben sicherzustellen und weiterhin den Gro\u00dfteil der von Biberti festgelegten Arrangements auszuf\u00fchren. Daneben war auch er st\u00e4ndig auf der Suche nach neuen Titeln f\u00fcr das Repertoire des Meistersextetts. Au\u00dferdem k\u00fcmmerte er sich im Herbst 1940 noch um Konzerttermine f\u00fcr das Folgejahr in Schlesien, im Warthegau und in Ostpreu\u00dfen, die jedoch nicht mehr zustande kamen. F\u00fcr den Fall, dass sich kein neuer Pianist findet, hatte Biberti im Sommer 1940 noch Siegfried Muchow als Notl\u00f6sung vorgesehen, was sich durch die Anstellung von Willy Hermann jedoch er\u00fcbrigte. Ab November 1940 war Siegfried Muchow dann Kapellmeister des Metropol-Orchesters am gleichnamigen Variet\u00e9 in Posen.<br \/>\nIn den Nachkriegsjahren begleitete er ein &#8222;Meisterquintett&#8220; am Klavier, das einige Titel des Meistersextetts im Repertoire hatte. Auf PALLAS erfolgten einige Aufnahmen als \u201eSiegfried Muchow mit seinem Berliner Filmorchester\u201c und S\u00e4ngern des Rundfunkchores Hamburg. Er wohnte etwa ab 1949 in Hamburg, wo er als Arrangeur und Kapellmeister f\u00fcr den Nordwestdeutschen Rundfunk t\u00e4tig war. 1950 trat er in der Stadthalle Hannover in dem Programm \u201eSp\u00e4tschicht im Variet\u00e9\u201c auf. 1951 bearbeitete er K\u00e1lm\u00e1n- und L\u00e9har-Melodien f\u00fcr eine Schallplattenaufnahme von Erwin Bootz. Muchow war wie Bootz Mitglied der K\u00fcnstlervereinigung \u201eSchlaraffia\u201c. Mitte der 50er Jahre leitete Siegfried Muchow das Filmorchester des Savoy-Filmtheaters am Steindamm in Hamburg und war dort auch f\u00fcr das Synchronstudio der Filmfirma J. Arthur Rank t\u00e4tig. 1962 gastierte er mit seinem Tanz- und Unterhaltungsorchester auf Norderney. Mit Robert Biberti stand er bis zu seinem Tod in Kontakt. Die letzte Anschrift von Siegfried Muchow in Hamburg lautete Osterstra\u00dfe 10, danach wohnte er vermutlich in Bayrischzell und Stuttgart. Seit 1981 lebte er mit Ehefrau Margot in Alfaz del Pi, einer K\u00fcstenstadt in Spanien. Aus dem Jahr 1986 stammt seine Komposition \u201eEdda Symphonische Dichtung f\u00fcr Orchester\u201c. Siegfried Muchow verstarb am 28. Oktober 1991 in Alfaz del Pi.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"SACHSE\"><\/a>Erwin SACHSE-STEUERNAGEL<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 1.8.1905 in Frankfurt a. Main<br \/>\n\u2020 1981?<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nErwin Sachse-Steuernagel (eigtl. Sachse) besuchte von 1921 bis 1924 das Konservatorium seiner Heimatstadt Frankfurt am Main und debutierte 1925 als Schauspieler und S\u00e4nger in Guben. In den folgenden Spielzeiten trat er in Cottbus und schlie\u00dflich in Frankfurt am Main auf, wo er 1930 Spielleiter und 1933 Oberspielleiter wurde. Sachse-Steuernagel war verheiratet und hatte eine Tochter. Ab 1933 lebte er als Schauspieler in Berlin und wurde Mitglied der Reichstheaterkammer, Fachschaft der Komponisten und B\u00fchnenautoren. 1936 wurde er hier Oberspielleiter. Ab 1937 trat er verst\u00e4rkt als lyrischer Operntenor in Erscheinung. Nach mehreren Umz\u00fcgen wohnte er inzwischen in Berlin-Wei\u00dfensee, Parkstra\u00dfe 57 b.<br \/>\nSeit August 1940 war Erwin Sachse-Steuernagel dritter Tenor beim Meistersextett, das sich nach seiner vor\u00fcbergehenden Aufl\u00f6sung im Herbst 1939 m\u00fchsam wieder formiert hatte und im Dezember 1940 erstmals auftrat. Jedoch mussten durch die Einberufung von Sachse-Steuernagel zu einer Wehrmachtsdienststelle in Schwerin am 7. Januar 1941 mehrere Auftritte in Bayern ausfallen und die geplanten Konzerte ab der zweiten Monatsh\u00e4lfte, darunter ein zweiw\u00f6chiges KdF-Gastspiel in Magdeburg, ohne ihn absolviert werden. Er sollte von G\u00fcnter Schroeder ersetzt werden. Robert Biberti versuchte vergeblich, eine \u201euk\u201c-Stellung von Sachse-Steuernagel zu erreichen, unter anderem durch Schreiben an das Wehrbezirkskommando Berlin, das Propagandaministerium, an das Gaupropagandaamt der NSDAP sowie Reichsinnenminister Funk. Am 1. Oktober wirkte Sachse-Steuernagel gemeinsam mit Biberti an der Aufnahme \u201eSing, Nachtigall, sing\u201c mit dem Orchester Will Glahe (Electrola E.G.7224) mit. Nach der Aufl\u00f6sung des Meistersextetts bem\u00fchte sich Biberti noch im Oktober 1942 um eine vor\u00fcbergehende Anstellung f\u00fcr seinen letzten 3. Tenor bei der Konzertdirektion Erich Knoblauch in Dresden, um diesen f\u00fcr die noch immer geplante Wiederbelebung des Meistersextetts zu erhalten.<br \/>\nAb 1943 war Erwin Sachse-Steuernagel regelm\u00e4\u00dfig auf Wehrmachtstourneen zur Truppenbetreuung unterwegs, bis 1944 als Oberspielleiter an Frontb\u00fchnen, unter anderem in Russland. Zu dieser Zeit wohnte er in Berlin-Mitte, Friedrichstra\u00dfe 14. Nach dem Krieg war Sachse-Steuernagel 1950\/51 Intendant der Christlichen Volksspiele Frankfurt am Main, danach bis 1974 Leiter der Westdeutschen Musikb\u00fchne Frankfurt am Main und anschlie\u00dfend noch bis 1981 als Intendant in Frankfurt am Main t\u00e4tig, wo er in der Jaspertstra\u00dfe 46 lebte. Er stand noch etliche Jahre mit Robert Biberti in losem Briefkontakt. Erwin Sachse-Steuernagel verstarb vermutlich 1981 in Frankfurt am Main.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"SCHROEDER\"><\/a>G\u00fcnter SCHROEDER<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 11.10.1914<br \/>\n\u2020 19.7.1944<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nG\u00fcnter Schroeder wurde am 1. M\u00e4rz 1941 als Ersatz f\u00fcr den zur Wehrmacht eingezogenen 3. Tenor des Meistersextetts, Erwin Sachse-Steuernagel, engagiert. \u00dcber seinen musikalischen Werdegang ist nichts bekannt. Er lebte zu dieser Zeit in Berlin-Charlottenburg, Fritschestra\u00dfe 39. Durch die Einberufung von Anton Krenn konnte Schroeder jedoch nicht mehr bei Konzerten eingesetzt werden. Er erhielt 1942 ein B\u00fchnenengagement in Berlin. G\u00fcnter Schroeder ist am 19. Juli 1944 bei einem Luftangriff auf Berlin ums Leben gekommen.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"SEIDLER\"><\/a>Karl Ludwig <span style=\"text-decoration: underline;\">Bruno<\/span> SEIDLER-WINKLER<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 18.7.1880 in Berlin<br \/>\n\u2020 19.10.1960 in Berlin<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer Kapellmeister, Dirigent, Pianist und Arrangeur Bruno Seidler absolvierte zun\u00e4chst eine Klavierausbildung am Stern\u2019schen Konservatorium in Berlin. Der Name Winkler ist der Name seiner zweiten Frau und Mutter seiner Kinder, den er mit seinem eigenen Namen zu dem K\u00fcnstlernamen Seidler-Winkler zusammenf\u00fcgte. Bereits in den 1890er Jahren war er Aufnahmeleiter bei der Edison-Gesellschaft in Berlin, danach bis 1923 k\u00fcnstlerischer Direktor der Deutschen Grammophon und Dirigent von deren Orchester. Er begleitete auch selbst Schallplattenaufnahmen am Klavier. So entstanden zwischen 1911 und 1913 etliche Schallplatten von Otto Reuter mit Klavierbegleitung von Seidler-Winkler. Ab 1923 war er zwei Jahre Orchesterleiter in Amerika und ab 1925 bis 1932 Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Daneben unterrichtete er an der Berliner Hochschule f\u00fcr Musik. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten war er zun\u00e4chst arbeitslos. Ab 1935 war er dann Arrangeur und Orchesterleiter bei der Electrola und machte zahlreiche Klassik-Aufnahmen mit Mitgliedern des Orchesters der Staatsoper.<br \/>\nF\u00fcr das Meistersextett war Bruno Seidler-Winkler nach dem Weggang von Erwin Bootz im Jahr 1938 als Probenleiter und Arrangeur t\u00e4tig, unter anderem stammen von ihm das Arrangement des \u201eSt\u00e4ndchen\u201c von Johnny Heykens (= \u201eLiebes Gretelein\u201c), der Text zu \u201eTango Bolero\u201c sowie Arrangement und Text zur \u201eTr\u00e4umerei\u201c von Schumann. Au\u00dferdem komponierte er f\u00fcr die Gruppe den Marsch \u201eAuf nach Madrid\u201c. 1939 arrangierte er f\u00fcr Lale Andersen den Titel \u201eLili Marleen\u201c und begleitete mit seinem Orchester auch dessen Schallplattenaufnahme. Im Mai 1941 nahm die Electrola mehrere Propaganda-Aufnahmen mit dem Orchester Bruno Seidler-Winkler auf, bei denen Robert Biberti als Refrains\u00e4nger mitwirkte (\u201eWarte, mein M\u00e4del, dort in der Heimat\u201c aus dem Film \u201eU-Boote westw\u00e4rts!\u201c\/\u201eMein M\u00e4del muss treu sein\u201c aus dem Film \u201eSp\u00e4htrupp Hallgarten\u201c). Ebenso war Robert Biberti 1942 Refrains\u00e4nger bei Aufnahmen eines Paul-Lincke-Potpourris und eines Querschnitts durch die Operette \u201eDas \u00c4nnchen von Tharau\u201c mit Seidler-Winklers Orchester. 1943 folgte noch eine Aufnahme mit Liedern aus der Operette \u201eGl\u00fcckliche Reise\u201c von Eduard K\u00fcnneke, ebenfalls mit dem Orchester Bruno Seidler-Winkler und Robert Biberti als einem der Refrains\u00e4nger.<br \/>\nNach dem Krieg war Bruno Seidler-Winkler noch weiterhin als Musikdirektor und Gesangsp\u00e4dagoge im Telefonbuch eingetragen, litt aber zunehmend unter einem H\u00f6rschaden und war immer seltener musikalisch t\u00e4tig. Als er am 19. Oktober 1960 in Berlin im Alter von 80 Jahren starb, hinterlie\u00df er eine Tochter und einen Sohn.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"TAVERNE\"><\/a>Bernhard TAVERNE<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 11.10.1912 in Rotterdam<br \/>\n\u2020 25.8.1999 in Amsterdam<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer Niederl\u00e4nder Bernhard Taverne hie\u00df eigentlich Bernard Diamant. Sein Vater, Bernard Diamant sen., war ein bekannter Rotterdamer Chorleiter und Komponist. Seine Mutter Marie Taverne war Operns\u00e4ngerin und gab ihm den ersten Gesangsunterricht. Ab 1931 absolvierte Bernard Diamant eine Ausbildung als Bariton am k\u00f6niglichen Konserva\u00actorium in Den Haag und trat in der Fritz-Hirsch-Operette auf. Er nahm zus\u00e4tzlich Privatunterricht, unter anderem in Frankreich und in Berlin, sp\u00e4ter setzte er an der Berliner Hochschule f\u00fcr Musik sein Gesangs- und Klavierstu\u00acdium fort. Etwa ab 1940 benutzte Bernard Diamant den M\u00e4dchen-namen seiner Mutter als K\u00fcnstlernamen und \u00e4nderte den Vornamen in Bernhard. Unter diesem Namen wurde der hochgewachsene S\u00e4nger im September 1940 von Robert Biberti als Bariton f\u00fcr die neue Besetzung des Meistersextetts engagiert, die aber erst ab Dezember des Jahres b\u00fchnenreif war. Daher existierte zun\u00e4chst auch nur eine m\u00fcndliche Vereinbarung \u00fcber ein Engagement f\u00fcr sechs Monate. Als nicht Wehrpflichtiger hatte Taverne unbeschr\u00e4nkte Arbeitsm\u00f6glichkeiten in Deutschland, dennoch holte Biberti f\u00fcr ihn eine \u201eUnbedenklichkeitserkl\u00e4rung\u201c und eine entsprechende Auftrittserlaubnis bei der Reichsmusikkammer ein. Zwei Tage vor Beginn der Konzertauftritte im Dezember 1940 erhielt Taverne dann einen schriftlichen Vertrag, und im Januar best\u00e4tigte Biberti ihm, Grunert, Vosmendes und Hermann schriftlich, dass sie bis 30. Juni 1941 beim Meistersextett verpflichtet sind. Allerdings erfolgten wegen der Einziehung mehrerer Mitglieder zur Wehrmacht bereits im Februar 1941 die letzten Konzerte. Auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Oberkommandos der Wehrmacht vom Fr\u00fchjahr 1941 f\u00fcr den Einsatz von Taverne und Vosmendes im Rahmen der Truppenbetreuung \u00e4nderte daran nichts mehr.<br \/>\nAb 1941 wurde Taverne unter seinem Klar- und K\u00fcnstlernamen als Mitglied der Reichskulturkammer gef\u00fchrt. Er absolvierte weiterhin Konzerte, Tourneen und Radiosendungen und trat auch in Frankreich und in der Schweiz auf. Wehrmachtstourneen f\u00fchrten ihn unter anderem nach Kolberg, Dresden und Braunschweig. Zu dieser Zeit lebte er in Karlsbad.<br \/>\n1945 floh Taverne nach Frankreich und 1951 wanderte er nach Kanada aus, wo er 1955 eingeb\u00fcrgert wurde. Er sang in Konzerten mit Klavierbegleitung von John Newmark und machte Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen. Sp\u00e4ter gab er Gesangsunterricht an der McGill-Universit\u00e4t in Montreal, wo er ab 1968 sogar die niederl\u00e4ndische Prinzessin Christina ausbildete. Von 1972 bis 1991 unterrichtete er an der Musikfakult\u00e4t der Universit\u00e4t von Toronto und hatte unter anderem hier sowie an der Universit\u00e4t von Princeton (USA) zwischen 1980 und 1990 diverse Meisterklassen. Zu seinen Sch\u00fclern geh\u00f6rten viele sp\u00e4ter bekannte S\u00e4nger wie John Boyden, Rosemarie Landry oder Sylvia Saurette. Bernhard Taverne erhielt den \u201eCanadian Centennial Award\u201c und die Ehrendoktorw\u00fcrde der Dalhousie-University in Halifax (Kanada). Er gr\u00fcndete in Kanada eine Stiftung, die Nachwuchsk\u00fcnstlern ein Stipendium erm\u00f6glichte und die seit 2001 den \u201eBernard-Diamant-Preis\u201c verleiht. Erst 1994 kehrte Bernhard Taverne in die Niederlande zur\u00fcck und lebte in der Leidesgracht in Amsterdam. Er starb am 25. August 1999 in Amsterdam.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"VOSMENDES\"><\/a>Willy VOSMENDES<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 23.9.1894 in Den Haag<br \/>\n\u2020 Februar 1955<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer Niederl\u00e4nder Willy (auch Willi) Vosmendes hie\u00df eigentlich Willem Hendrik Gerard Vos. Sein K\u00fcnstlername wurde gelegentlich auch in den Varianten Willy Vosmendes, Willy Vos-Mendes oder Willy Vos Mendes angegeben. \u00dcber seine musikalische Vorbildung ist nichts bekannt. Bereits Mitte der 20er Jahre trat Vosmendes in Berlin auf, unter anderem im Metropol-Theater an seinem damaligen Standort in der Behrenstra\u00dfe. Danach war er h\u00e4ufiger im Rundfunk zu h\u00f6ren. Als Robert Biberti im Jahr 1940 auf der Suche nach einem geeigneten Tenor war, der in der Neubesetzung des Meistersextetts Ari Leschnikoff ersetzen sollte, fiel seine Aufmerksamkeit auf Willy Vosmendes. Dieser stand ebenso wie Bernhard Taverne nicht in der Gefahr, dass er zur Wehrmacht eingezogen wird. Dies war einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr Robert Biberti, den gutaussehenden Vosmendes ab Juli 1940 zun\u00e4chst m\u00fcndlich als ersten Tenor f\u00fcr das Meistersextett mit einem Monatsgehalt von 800 Mark zu engagieren. Dennoch holte Biberti auch f\u00fcr Vosmendes, der zu dieser Zeit in der Kantstra\u00dfe 18 in Berlin-Charlottenburg wohnte, eine Auftrittserlaubnis samt \u201eUnbedenklichkeitserkl\u00e4rung\u201c bei der Reichsmusikkammer ein. Vosmendes war Ende 1940 bereits 46 Jahre alt und damit das \u00e4lteste Mitglied der aktuellen Besetzung des Ensembles. Mit der Wiederaufnahme der Konzertt\u00e4tigkeit im Dezember 1940 erhielt auch er einen schriftlichen Vertrag. Biberti best\u00e4tigte ihm noch im Januar 1941 schriftlich, dass er ebenso wie Alfred Grunert, Bernhard Taverne und Willy Herrmann bis Ende Juni 1941 beim Meistersextett verpflichtet ist, um <em>\u201ezahlreiche Vertr\u00e4ge mit der Deutschen Arbeitsfront (K. d. F.), mit der Wehrmacht und mit verschiedenen Varietees zu absolvieren.\u201c<\/em> Doch durch die Einziehung von Erwin Sachse-Steuernagel und Willy Hermann zur Wehrmacht brach die Konzertt\u00e4tigkeit im Februar 1941 ab und wurde nie wieder aufgenommen. Da half auch das Schreiben der Organisation \u201eKraft durch Freude\u201c der Deutschen Arbeitsfront vom 1. April 1941 nichts mehr, in dem es hie\u00df: <em>\u201eBetr.: Einsatz der S\u00e4nger Willem Vos und Bernard Diamant in Norwegen. Das Oberkommando der Wehrmacht teilt uns mit Schreiben vom 28.3.41 mit, dass gegen den Einsatz f\u00fcr Zwecke der Truppenbetreuung im Rahmen der allgemeinen Richtlinien keine Bedenken bestehen, sofern die noch zu veranlassende \u00dcberpr\u00fcfung seitens der zust\u00e4ndigen Stellen durch die Staatspolizei nichts Nachteiliges ergibt.\u201c<\/em><br \/>\nVosmendes war danach ebenso wie Taverne in der Truppenbetreuung eingesetzt, so unter anderem Ende 1941 im besetzten Norwegen. Von Mitte August bis Mitte Dezember 1943 hatte ihn die Konzertdirektion Erich Knoblauch in Dresden unter Vertrag, die bereits Konzerte der Comedian Harmonists und des Meistersextetts arrangiert hatte. Er trat hier gemeinsam mit der Schauspielerin und Kabarettistin Gisela Schl\u00fcter in einer K\u00fcnstlergruppe auf.<br \/>\nVosmendes ging nach dem Krieg nach Wien und war dort als Willy Vosmendes am Theater engagiert. \u00dcberliefert sind au\u00dferdem drei 1947 in Wien entstandene Aufnahmen als Willi Vosmendes mit dem Tanzorchester Josef Leo Gruber f\u00fcr die Firma Standard: der Tango \u201eStern von Rio\u201c aus dem gleichnamigen Tonfilm sowie der Foxtrott \u201eZum Abschied reich\u2019 ich Dir die H\u00e4nde\u201c und der Walzer \u201eUnter Tr\u00e4nen l\u00e4cheln\u201c. 1948 nahm er beim \u00f6sterreichischen Rundfunk den Titel \u201eLass dir Zeit\u201c auf. Im November 1952 war er in Wien an einer Gesamtaufnahme der Operette \u201eBlume von Hawaii\u201c mit dem Chor und Orchester des Wiener Rundfunks beteiligt. Willy Vosmendes starb im Februar 1955 in Wien und wurde dort auf dem Zentralfriedhof beigesetzt. Er hatte nach dem Ende des Meistersextetts noch engen Kontakt zu Anton Krenn, denn dieser und dessen Schwester wurden Jahrzehnte sp\u00e4ter im selben Grab bestattet.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><a name=\"GRAFE\"><\/a>Dr. phil. <span style=\"text-decoration: underline;\">Hanns<\/span>-Adolf GRAFE<\/p>\n<\/h5>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<b>* 26.5.1909 in Dresden<br \/>\n\u2020 vmtl. 1983 in Berlin<\/b><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nHanns Grafe wurde als Sohn des Lehrers Adolf Grafe und seiner Ehefrau Getrud, geb. Otto in Dresden geboren und besuchte von 1919 bis 1928 das K\u00f6nig-Georg-Gymnasium in Dresden. Danach studierte er an den Universit\u00e4ten Dresden, Wien, Berlin, Paris und Leipzig Romanistik (u. a. bei Victor Klemperer in Dresden und Walther von Wartburg in Leipzig) sowie Deutsch, Englisch und Philosophie. Hanns Grafe erwarb im Juni 1934 an der Universit\u00e4t Leipzig einen Doktortitel der Philosophie. Er \u00fcbersiedelte nach Berlin und \u00fcbernahm dort gegen Ende des Jahres 1935 das Sekretariat des Meistersextetts, nachdem sich die neue Formation konsolidiert hatte. Er erledigte einen Teil des Schriftverkehrs mit Konzertagenten und der Reichskulturkammer, war aber auch an der Auswahl neuer S\u00e4nger beteiligt, vertrat Robert Biberti bei verschiedenen Prozessen vor Gericht und zahlte den angestellten Mitgliedern die Gagen und Spesen aus. Dar\u00fcber hinaus war er ab Ende 1936 f\u00fcr die UFA t\u00e4tig. Zu dieser Zeit wohnte er in Berlin-Sch\u00f6neberg, Nollendorfplatz 3. Hanns Grafe war mindestens bis zum Sommer 1938 beim Meistersextett angestellt. Welchen T\u00e4tigkeiten er nach seinem Ausscheiden nachging, ist nicht bekannt. Er lebte seit 1938 und vermutlich bis zu seinem Tod in der Schaperstra\u00dfe 21 in Berlin-Wilmersdorf.<br \/>\nAb August 1945 wurde Dr. Grafe von Biberti wieder f\u00fcr Sekretariatsaufgaben und kleinere Besorgungen angestellt und erhielt ein regelm\u00e4\u00dfiges Gehalt. W\u00e4hrend dieser Zeit und auch sp\u00e4ter gab er mehrfach f\u00fcr Biberti eidesstattliche Erkl\u00e4rungen in Entsch\u00e4digungsverfahren, im Verfahren gegen Fred Kassen und in Auseinandersetzungen bez\u00fcglich der Rechte von Erwin Bootz und Ari Leschnikoff an den Tantiemen ab. Ab Anfang der 50er Jahre war Grafe Kinobesitzer in Berlin und Pressechef der Centfox-Film GmbH. Etwa ab Mitte der 70er Jahre war er Leiter der Presseabteilung der FOX-MGM Filmverleih m. b. H. Berlin. Mit Robert Biberti stand er bis zu seinem Tod pers\u00f6nlich und postalisch in Kontakt. Hanns-Adolf Grafe starb vermutlich 1983 in Berlin.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" align=\"center\">\n<p style=\"text-align: center;\">Unter Verwendung von Nachl\u00e4ssen und <a title=\"Literatur\" href=\"http:\/\/www.comedian-harmonists.net\/?page_id=30\"><strong>publizierten Quellen<\/strong><\/a>,<br \/>\nmit Dank an Herrn Dr. W. Mayer, Wien, und an Martina Wunsch (<a href=\"http:\/\/www.kardosch-saenger.de\" title=\"Die Kardosch-S\u00e4nger\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>www.kardosch-saenger.de<\/strong><\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Broody &nbsp; \u2192 Zeno Coste \u2192 Walter Gorges \u2192 Willy Hermann \u2192 J\u00e1nos Kerekes \u2192 Anton Krenn \u2192 Siegfried Muchow \u2192 Erwin Sachse-Steuernagel \u2192 G\u00fcnter Schroeder \u2192 Bruno Seidler-Winkler&hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":769,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-807","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/807","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=807"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/807\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1870,"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/807\/revisions\/1870"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.comedian-harmonists.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}